Deutsche mit türkischen Namen bekommen schwerer einen Job

Das Ausmaß der Diskriminierung von Migranten ist größer als bisher angenommen. Sie umfasse alle Bereiche vom Kindergarten über Hochschulen bis ins Arbeitsleben. Das stellt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes in einer aktuellen Studie fest.

Die Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland soll weit verbreitet sein. Sie umfasse Schulen, Hochschulen, Kindergärten und sogar den alltäglichen Arbeitsplatz.

Das geht aus einer aktuellen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor. Es gebe keinerlei Beschwerdestellen oder Ansprechpartner für Diskriminierungs-Opfer an Schulen. Zudem seien die Lehrkörper immer noch überwiegend weiblich und ohne Migrationshintergrund. Schulmaterialien reproduzieren Stereotype, etwa rassistische Vorstellungen.

Diskriminierung an Hochschulen

Beim Zugang zu einer Hochschule ist neben dem Migrationshintergrund auch die soziale Herkunft ausschlaggebend. Hier sind viele Migranten in zweifacher Hinsicht benachteiligt. „Kinder aus Akademikerfamilien haben eine dreimal so große Chance, ein Studium aufzunehmen, wie Kinder von Eltern ohne Hochschulausbildung“, so die Studie. Doch auch Menschen mit Behinderungen haben es schwer. Nicht alle Hochschulen bieten den behinderten Bewerbern „Nachteilsausgleiche“ an.

Eine direkte Diskriminierung an Hochschulen durch Kommilitonen oder Lehrkräfte sei ebenfalls an der Tagesordnung.

Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt

Auch bei der Suche nach einem Arbeitsplatz haben es Migranten schwerer als Nicht-Migranten. Diese Hürde wiegt besonders schwer, da es um die Bestreitung des Unterhalts und damit der Sicherung der Existenz geht.

„Der Name von Bewerbenden und die damit verbundene ethnische oder `soziale Herkunft´, das Geschlecht, die Religionszugehörigkeit, das Alter sowie Behinderungen und chronische Krankheiten können zu Diskriminierungen beim Zugang zu einem Arbeitsplatz führen.“

Die Aufstiegschancen innerhalb von Betrieben gestaltet sich ebenfalls schwierig. Auch Frauen und Menschen mit Behinderungen haben mit großen Widerständen innerhalb der Betriebe zu kämpfen, wenn es um Führungspositionen geht. Deshalb sind all diese Gruppen auf den Führungsebenen unterrepräsentiert.

Deutsch-türkische Akademiker wandern aus

Rund 193,000 in Deutschland lebende Türken haben in der Zeit zwischen 2007 und 2011 das Land wieder Richtung Heimat verlassen. Wie die türkisch-deutsche Stiftung für Bildung und wissenschaftliche Forschung (TAVAK) herausgefunden hat, kehrten verstärkt junge Migranten türkischer Herkunft in die Türkei zurück, weil sie in der Bundesrepublik mit hoher Arbeitslosigkeit und Diskriminierung konfrontiert wurden (mehr hier).

Unter den Auswanderern befinden sich insbesondere hochqualifizierte Deutsch-Türken, berichtet der Tagesspiegel.

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