Leben auf dem Mars: Auch elf Türken wollen mit dabei sein

Bis zum 100. Jahrestag der Türkischen Republik hat die Regierung eine ganze Reihe ambitionierter Ziele. Einige Bürger des Landes schmieden diese zum Jubiläum ebenfalls. Mit steilem Wirtschaftswachstum haben sie allerdings nichts am Hut. Hoch hinaus geht es für sie dennoch: Geradewegs zum Mars.

Im Augenblick scheint alles noch Zukunftsmusik: Derzeit sind weder die technischen noch die finanziellen Fragen erschöpfend erklärt. Dennoch haben sich seit April dieses Jahres über 100.000 Menschen aus mehr als 100 verschiedenen Staaten für ein Leben auf dem Mars beworben. Das Projekt, das für das Jahr 2023 geplant ist, zieht vor allem Chinesen und Amerikaner an. Auch elf Türken sind dabei.

Anders als bei so manchen Trips ins All, die schon jetzt finanzkräftige Weltraumtouristen anlocken, geht es bei dieser Mars-Mission um eine Reise ohne Wiederkehr. Die Interessenten bewerben sich für ein waschechtes Besiedlungsprojekt namens MarsOne gut 55,76 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Bewerbungsphase dauert zwei Jahre

Den Schritt auf den Roten Planeten wollen offenbar auch elf türkische Staatsbürger wagen. Wie Worldbulletin berichtet, sollen die Bewerber zwischen 19 und 34 Jahre jung sein. Alles, was sie bisher dafür tun mussten, war die Erstellung eines gut einminütigen Bewerbungsvideos. Daneben war eine Anmeldegebühr zu entrichten, die zwischen fünf und 73 Dollar, je nach BIP des Herkunftslands, schwankt.

Am Ende des zweijährigen Bewerbungsprozesses wird MarsOne, übrigens eine private Stiftung unter niederländischem Recht, aus allen Kandidaten lediglich 24 auswählen. Das Projekt steht unter der Ägide des niederländischen Unternehmers Bas Lansdorp und soll nach eigenen Angaben als größtes Medienereignis der Weltgeschichte per Reality TV Show (bzw. Mission TV) vermarktet und finanziert werden. Bis zur ersten bemannten Landung, so die aktuelle Schätzung, werden gut sechs Milliarden US-Dollar nötig sein. Auf dem Papier steht der Ablauf schon jetzt felsenfest. Unterstützt wird Landsdorp vom Physiker und Nobelpreisträger Gerard ‚t Hooft. Wie es ist, überhaupt zum Mars zu fliegen, das erlebten sechs Männer bereits in einer 520-Tage-Mission (mehr hier).

MarsOne: Fachleute sind sich uneins

Der ehemalige Astronaut Thomas Reiter sieht das Projekt übrigens skeptisch. Der Leiter der Direktion für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb der europäischen Raumfahrtagentur Esa stellte sich bereits 2012 gegen solche Kamikaze-Flüge ohne Wiederkehr. „Auch heute gibt es leidenschaftliche Forscher, die ohne Rückflugmöglichkeit zum Mars fliegen würden, um eine Kolonie zu gründen“, zitiert ihn der Focus. Zunächst gehe es aber um die Erkundung, und Mars-Astronauten sollten ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit den Menschen auf der Erde teilen können. Aus ethischen Gründen stehe es deshalb für ihn außer Frage, alles dafür zu tun, dass sie heimkehren könnten. Wesentlich aufgeschlossener zeigte sich in dieser Frage der katholische Theologie-Professor Dieter Hattrup. Er sieht das ganz pragmatisch: „Andernfalls hätte auch Kolumbus nie über den Atlantik segeln und die amerikanischen Siedler nie nach Westen ziehen dürfen“, zitiert ihn Welt Online.

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