Das Geschäft mit dem Ramadan: Eid al-Fitr spült Millionen in den türkischen Tourismussektor

Geschenke, Feste und vor allem Reisen: Was für Christen die Vorweihnachtszeit und das Weihnachtsfest sind, ist für Muslime, zumindest aus ökonomischer Perspektive, der Ramadan samt abschließendem Ramadanfest. Die Kassen klingeln lautstark. Allein die Eid al-Fitr-Feiertage haben dem türkischen Tourismussektor satte 260 Millionen Dollar an Profit beschert. Und das trotz stseigender Preise.

Pünktlich zum Ende des Heiligen Fastenmonats Ramadan machen sich viele Familien auf den Weg. Nach der entbehrungsreichen Zeit sind zumeist entspannende Tage mit den Lieben oder einfach nur abschalten an einem schönen Ferienort angesagt. Die Reisefreudigkeit der Gläubigen spülte auch 2013 einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kassen der Tourismusbranche.

Der Voristzende des türkischen Reiseagenturenverbands (TÜRSAB), Başaran Ulusoy, kann für dieses Jahr gleich mehrere Trends ausmachen. Zum einen hätte es die Urlauber diesmal verstärkt an die türkischen Küsten gezogen. Die überwiegende Mehrheit, nämlich gut eine Million Touristen, hätte es zudem vorgezogen, Urlaub im eigenen Land zu machen. Lediglich 120.000 wären über die Feiertage ins Ausland geflogen und hätten dort rund 60.000 Lira, umgerechnet knapp 31 Millionen Dollar, ausgegeben. Schon während des Ramadans steht bei einigen nicht der Verzicht, sondern der Konsum im Vordergrund (mehr hier).

Griechenland eines der beliebsten Auslandsziele

Gut 400.000 der Türkeitouristen hätten übrigens fertige Tourangebote wahrgenommen. 80 Prozent davon seien frühzeitig gebucht worden. So beliebte Ferienorte wie Antalya, Bodrum, Marmaris und Fethiye seien komplett ausgebucht gewesen. Zu den beliebtesten Zielen im Ausland hätte in diesem Jahr Griechenland gezählt. Ein Trend, der sich nach Ansicht des Fachmanns 2014 noch verstärken werde. Dann rechnet er mit gut einer Million, die ins Nachbarland reisen werden (mehr hier).

Nach Angaben von Ulusoy haben sich die Preise für Pauschalreisen im Vergleich zum Vorjahr um drei bis vier Prozent gesteigert. Für besonders dramatisch hält er das angesichts der gebotenen Qualität in der Türkei allerdings nicht. Hierzulande seien die Hotels im Schnitt sechs bis sieben Jahre alt. Anders sei das etwa in Griechenland, wo der Durchschnitt bei 23 Jahren läge. In Frankreich, Spanien und Italien sei das mit 25 bzw. 30 Jahren noch drastischer.

Ohne Sondereinsätze ging es vielfach nicht

Die gesteigerte Reiselust während der Feiertage bescherte übrigens auch den Istanbuler Flughäfen Rekordzahlen. Sowohl der Atatürk als auch der Sabiha Gökçen Airport fertigten ungeahnte Pasagiermassen ab. Ähnlich die Situation am Istanbul Busbahnhof Esenler. Dort fuhren mehr als eine Million Menschen mit 21.000 Bussen. Innerhalb der Türkei nutzten gut vier Millionen Langstreckenbusse. Auch Züge und Fähren arbeiteten an den Kapazitätsgrenzen. Nicht selten mussten Sonderfahren eingesetzt werden, um die gesteigerte Nachfrage zu bedienen. Entsprechend zogen auch die Preise an (mehr hier).

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