„Hotel Mama“: Zahl der Nesthocker in den USA auf Rekordniveau gestiegen

2012 lebten in den USA so viele junge Erwachsene zuhause wie noch nie. Wie das Pew Research Center herausgefunden hat, zogen insgesamt 21,6 Millionen Menschen der so gennanten Generation Y zwischen 18 und 31 Jahren das Elternhaus einer eigenen Wohnung vor. 2007 waren es nur 18, 5 Millionen. Besonders sticht heraus: 45 Prozent der Arbeitslosen leben bei ihren Eltern. Bei denen mit Job sind es nur 29 Prozent. in der Türkei macht sich derweil ein anderer Trend breit. Hier sind es die Alten, die verstärkt auf ihre Söhne und Töchter angewiesen sind.

Sie sind die Generation nach den Baby-Boomern und der Generation X. Sie sind die Digital Natives. Diejenigen, die um das Jahr 2000 ihre schönsten Teenagerjahre hatten. Die so genannte Generation Y besticht aber offenbar noch durch mehr. Sie zieht ausgesprochen ungern zuhause aus. Das ergab jetzt eine Untersuchung des renommierten Washingtoner Pew Research Center.

Mehr junge Männer als Frauen zuhause

Rund 36 Prozent der Millenials, wie diese Generation ebenfalls genannt wird, lebt nach Angaben der Forscher noch bei den Eltern. Das ist die höchste Rate in rund 40 Jahren für Menschen im Alter zwischen 18 und 31 Jahren. Vor der Großen Rezession lag der Anteil der Millennials, die zuhause lebten, bei 32 Prozent. Bis zum Jahr 2009 kletterte ihr Anteil bereits bis auf 34 Prozent, um bis zum vergangenen Jahr noch einmal zwei Prozentpunkte zuzulegen.

Nach Angaben der Pew-Experten sind mindestens ein Drittel, vielleicht sogar die Hälfte der bei ihren Eltern lebenden jungen Leute, Studenten. Neben Abstufungen innerhalb der verschiedenen Altersgruppen, naturgemäß leben jüngere Leute noch häufiger zuhause als die etwas älteren, konnten die Forscher auch Geschlechtsunterschiede feststellen. Mit 40 Prozent haben bei den Nesthockern die Männer die Nase vorn. Die Damen kommen hier auf einen Anteil von 32 Prozent.

Jobeinstieg schwerer, Bildungsgrad höher

Geschuldet ist die Entwicklung übrigens einer Kombination aus wirtschaftlichen, pädagogischen und kulturellen Faktoren. Zum einen ist es für die heutige Generation offenbar wesentlich schwerer, eine Anstellung zu finden. So hatten im Jahr 2012 63 Prozent der 18 – bis 31-Jährigen eine Beschäftigung, während es im Jahr 2007 noch mehr als 70 Prozent waren. Zum anderen würden sich heute auch mehr junge Leute für eine akademische Laufbahn entscheiden als noch vor fünf Jahren. So besuchten im März 2012 39 Prozent der 18- bis 24-Jährigen eine weiterführende Schule. 2007 waren es nur 35 Prozent.

Situation verkehrt: Türkische Renter bauen auf ihre Kinder

In der Türkei ist auch die umgekehrte Situation nicht selten anzutreffen. Immer mehr Rentner sind hier auf ihre Söhne und Töchter angewiesen. Wie eine Umfrage Ende 2012 aufgezeigt hat, sind die Kühlschränke der Alten nur spärlich gefüllt. Viele leben von der Unterstützung durch Söhne oder Töchter. Das TV-Programm bestimmt den Alltag. Nach Angaben des des türkischen Verbands der Rentner sind ganze 84.44 Prozent der Befragten der Ansicht, dass ihre Einnahmen nicht zum Leben ausreichten. Während 73,4 Prozent der türkischen Rentner derzeit keine Extraeinnahmen hätten, empfingen 28,8 Prozent unter ihnen zusätzliche Unterstützung durch Dritte – vor allem durch ihre Söhne und Töchter. Der Verein selbst helfe vier Prozent dieser Menschen. An der Umfrage nahmen 1,018 weibliche und 2,382 männliche Personen teil (mehr hier).

Hier geht es zum gesamten Bericht.

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