Transferwahnsinn in der SüperLig: Türkische Topclubs verschulden sich mit 250 Millionen Dollar

Nur noch wenige Tage, dann beginnt die türkische SüperLig. Die Top-Clubs haben sich gerüstet und ordentlich Spieler eingekauft. Vielleicht zu viele? Immerhin: Die Vereine drückt dank ihrer zahlreichen Transfers nun eine Schuldenlast von insgesamt 250 Millionen Dollar. Den größten Batzen aus Ablösesummen und künftigen Gehaltszahlungen hat Fenerbahçe zu schultern.

Die vier türkischen Top-Clubs Galatasaray, Beşiktaş, Trabzonspor und Fenerbahçe haben sich im Vorfeld der türkischen SüperLig nicht lumpen lassen. Um ihre Kader für die Saison 2013/2014 auf Vordermann zu bringen, haben sie tief in ihre Kassen gegriffen. Nun drücken Schulden im dreistelligen Millionenbereich.

Keine Lockerung der Ausländerregelung

Erst vor kurzem hatten die Vereine angekündigt, ihre Transferaktivitäten zurückschrauben würden. Bereits im vergangenen Juni hatte der türkische Fußballverband (TFF) bekannt gegeben, eine  6+0+4-Quote für ausländische Spieler einzuführen. Konkret bedeutet das für die SüperLig-Clubs, dass sie in dieser Saison nicht mehr als zehn ausländische Spieler in ihren Kader aufnehmen dürfen. Demnach werden sich in der kommenden Saison lediglich sechs ausländische Spieler im 18-Mann-Kader befinden dürfen und weitere vier Spieler müssen auf der Tribüne Platz nehmen. Vergangene Saison wurde mit der 6+2+2 Reglung gespielt. Dort war es den Vereinen noch möglich, sechs ausländische Spieler auf dem Platz und zwei weitere auf der Auswechselbank zu positionieren (mehr hier).

Die türkische SüperLig, übrigens die siebtgrößte in Europa, wird derzeit auf gut 1,19 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Umkehrschluss bedeutet dass, das die vier Top-Clubs  fast ein Viertel des gesamten Ligawertes für neue Transfers ausgegeben haben, wenn man die zukünftigen Gehaltszahlungen mit einbezieht. Die neue Saison startet an diesem Wochenende. Eingekauft, so berichtet die türkische Zaman, hat das Quartett für exakt 249,8 Millionen US-Dollar. Neben neuen Spielern wurde auch in neue Trainer investiert.

Mehr als 30 Millionen für Emmanuel Emenike

Einer der ältesten und beliebtesten Fußball-Clubs der Türkei, Fenerbahçe, hat hier den größten Posten aufzubieten. Ganze 106,3 Millionen Dollar sind in diesem Jahr bisher für Transfers und vereinbarte Gehälter in der Bilanz für die nächsten Jahre veranschlagt. Allein für den nigerianischen Stürmer Emmanuel Emenike (mehr hier) musste der Verein 30,2 Millionen hinblättern. Davon gingen laut transfermakt 13 Millionen als Ablösesumme an Spartak Moskau. 7,25 Millionen Ablöse gingen noch einmal für Alper Potuk drauf.

Auf Position zwei folgt hier der amtierende Meister Galatasaray mit Ausgaben in Höhe von 63,8 Millionen. Die mit 21,6 Millionen, bei 6,3 Millionen Ablösesumme, höchste Einzelleistung wurde für den kamerunischen Verteidiger Aurelien Chedjou fällig. Rang drei geht in dieser Runde an Beşiktaş. Hier flossen immerhin 51,9 Millionen US-Dollar. Die Black Eagles gaben für fünf neue Transfers 13,4 Millionen aus. 6,35 Millionen kostete der neue Trainer aus Kroatien, Slaven Bilic. Auf Position vier folgt schließlich Trabzonspor mit insgesamt 27,6 Millionen Gehältern und Ablösesummen. Mit seinem der ehemaligen Chelsea-Kicker Florent Malouda und Jose Bosingwa sorgte der Club für die Überraschung der Saison. Effektiv gab Trabzonspor bisher aber nur 2,9 Millionen Dollar Ablösesummen aus. Doch Stars wie Bosingwa und Malouda belasten die Vereinskasse mit stattlichen Gehaltssummen.

Die wichtigsten Einnahmequellen für die türkische Fußball-Clubs sind Sponsoringverträge, Geld von TV-Sendern für die Live-Übertragungsrechte, dazu kommen Zahlungen der UEFA für die Teilnahme an europäischen Wettbewerben gemacht.

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