Türkei: Journalist greift Vizepremier Bozdağ an

Ein türkischer Journalist aus Kahramanmaraş hat den stellvertretenden Ministerpräsidenten Bekir Bozdağ auf einer Veranstaltung der Aleviten angegriffen. Die Faustschläge des Angreifers trafen Bozdağs Kopf und Brust.

Auf einer Veranstaltung der Bektaschi-Aleviten in der Stadt Nevşehir wurde der türkische Vizepremier Bekir Bozdağ von einem Journalisten tätlich angegriffen. Er wurde sowohl am Kopf als auch auf der Brust getroffen.

Bei dem Angreifer handelt es sich um Hüseyin Satı, Journalist bei einer Regionalzeitung in der südostanatolischen Stadt Kahramanmaraş, berichtet Haberturk. Er soll zuvor gerufen haben: „Mit welchem Recht kommen Sie hierher?.“

Aktuell befindet sich Satı in Untersuchungshaft. Offenbar wollte er mit seiner Tätlichkeit zum Ausdruck bringen, dass er der AKP-Regierung in der Aleviten-Frage keinen Glauben schenke. Die Aleviten sind eine islamische Strömung, die nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt ist.

Bozdağ sagte auf einer Pressekonferenz, dass der Angriff nicht im Zusammenhang mit den Aleviten stehe. Der Angreifer sei ein Provokateur, der die Veranstaltung stören wollte. „Alle Bektaschi-Aleviten haben sich ebenfalls bestürzt gezeigt über diesen Vorfall. Ich möchte meinen alevitischen Freunden dafür danken“, so Bozdağ. Er versprach, dass es in der Gleichstellung der Aleviten von nun an nur noch Taten und keine Worte geben werde.

Kamil Dalkara, ein CHP-Politiker und Bürgermeister aus Kahramanmaraş, sagte der Zeitung Akşam, dass der Angreifer bis zum 7. August bei seiner Gemeinde als Fotograf angestellt gewesen ist. Die Gemeinde soll ihn zum genannten Datum gekündigt haben. Er habe sich auf Twitter ständig mit externen Personen gestritten und sie beleidigt. Satı sei kein Journalist, sondern eine „gescheiterte Existenz.“

Im Juni hatte Premier Erdoğan ein Reformpaket versprochen, welches die Gleichbehandlung der religiösen Minderheit der Aleviten vorantreiben sollte (mehr hier).

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