Zunehmende religiöse Intoleranz: Indonesiens Präsident schaut tatenlos zu

Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono ist in Sorge ob der wachsenden religiösen Intoleranz in seinem Land. Indonesien hat derzeit die größte muslimische Bevölkerung weltweit. Doch der Regierung ist es bisher kaum gelungen, diese einzubeziehen.

In jüngster Vergangenheit geriet Indonesien zunehmend in die Schlagzeilen. Gewalttätige Angriffe auf religiöse Minderheiten wie Christen, Schiiten und Mitglieder der Ahmadiyya Muslime machten die Runde. Über diese Nachrichten ist auch Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono besorgt. Aktiv etwas dagegen unternommen hat seine Regierung bisher allerdings nicht.

Dialog steht an oberster Stelle

„Ich bin sehr besorgt über die fortdauernden Vorfälle von Intoleranz und kommunalen Konflikte, die oft gewalttägig sind“, zitiert Reuters aus der jährlichen Ansprache des Präsidenten vor dem Parlament. Stünde der Dialog an oberster Stelle, so Yudhoyono, wäre man auch in der Lage, so etwas zu verhindern. Zudem müssten die Führer des Landes, in der Regierung und in den religiösen Institutionen gemeinsam die Verantwortung übernehmen.

Erst in diesem Jahr veröffentlichte Human Rights Watch einen vernichtenden Bericht. Dieser listet für 2012 mehr als 260 gewaltsame Zwischenfälle gegen religiöse Minderheiten auf. Darüber hinaus wurden einige Mitglieder des Kabinetts der Aufstachelung zur Gewalt beschuldigt.

Al-Kaida wütet auch in Indonesien

Fast 90 Prozent der indonesischen Bevölkerung bezeichnen sich selbst als Muslime. Die meisten sind Anhänger einer moderaten Form des Islam. Doch Militante, die in Verbindung zu Al-Kaida stehen sollen, haben seit 2002 mehrere große Anschläge auf ausländische Ziele verübt. Und obschon es gelungen zu sein scheint, das militante Netzwerk weitestgehend auszurotten, kommt es immer noch zu vereinzelten Attacken.

Yudhoyono selbst ist bereits seit 2004 im Amt. Im kommenden Jahr endet seine Zeit als Präsident. Seine Kritiker werfen ihm jedoch genau das vor, was er nun predigt. Denn er soll sich nicht für die Rechte religiöser Minderheiten im Land eingesetzt haben. „Präsident Yudhoyono scheint das Richtige zu sagen. . Aber er will nicht über rechtliche Diskriminierung sprechen, die seine Regierung in den letzten neun Jahren geschaffen hat“, sagt Andreas Harsono, Direktor von Human Rights Watch Indonesien, in einer Email an Reuters.

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