Unruhen in Ägypten: Türkischer Journalist in Kairo verhaftet

Ein türkischer Journalist ist inmitten der ägyptischen Wirren in Haft geraten. Metin Turan, Reporter beim staatlichen Sender TRT, wurde am vergangenen Samstag zusammen mit einer größeren Gruppe von Anti-Coup-Demonstranten festgenommen. Derzeit sitzt er im Tora-Gefängnis im Süden Kairos ein. Wann er frei kommt, ist ungewiss.

Der türkische Journalist Metin Turan wurde am vergangenen Samstag in der al-Fatih-Moschee in Kairo festgenommen. Dort hatte er das militärische Vorgehen gegen  Unterstützer des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi dokumentiert. Gemeinsam mit einigen anderen ausländischen Journalisten brachten ihn die Sicherheitskräfte anschließend ins Tora-Gefängnis. Sein Kollege Hibe Zekeriyah, Korrespondent der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, der ebenfalls verhaftet wurde, kam bereits nach acht Stunden Haft wieder frei.

Wie die türkische Zaman berichtet, hätte die ägyptische Armee die al-Fatih-Moschee gestürmt, um die dort campierenden Mursi-Anhänger zu vertreiben. Als diese sich weigerten, hätten die Soldaten schließlich Gewalt eingesetzt (mehr hier). Im Zuge des Einsatzes seien bisher mehr als 1.000 Demonstranten festgenommen worden, darunter auch internationale Journalisten.

Außenminister Davutoğlu hat sich eingeschaltet

Mittlerweile hat sich auch der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu in den Fall eingeschaltet. Er stehe sowohl mit den ägyptischen Behörden als auch internationalen Organisationen in Kontakt, um die Freilassung des Journalisten zu erwirken. Schon kurz nach der Festnahme des TRT-Mitarbeiters soll Davutoğlu mit Ekmeleddin İhsanoğlu, Leiter der Organisation der Islamischen Zusammenarbeit (OIC), in dieser Sache telefoniert haben.

Noch aus der Moschee heraus konnte Turan auf den Ernst der Lage aufmerksam machen. Über Twitter ließ er seine Follower wissen, dass er um sein Leben fürchtete. Noch als die Armee-Blockade in vollem Gange war, drängte bereits das türkische Außenministerium die ägyptische Regierung die Demonstranten samt Turan zu befreien. „Es liegt in der Verantwortung der ägyptischen Regierung, die sichere Freilassung unserer ägyptischen Brüdern und unserer Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. In dieser Angelegenheit erwarten wir auch die Beteiligung internationaler Organisationen und der internationalen Gemeinschaft.“

Zu Wort meldete sich auch der türkischen Medienverband Medya Derneği. Von deren Seite heißt es: „Obwohl Zekeriyah nach acht Stunden freigelassen wurde, ist Turan noch immer in Gewahrsam. Wir fordern eine schnelle Freilassung unseres Kollegen, der die Ereignisse in Ägypten für die türkischen Bürger beleuchtet. Derzeit ist die ägyptische Regierung der Türkei jedoch alles andere als wohlgesonnen (mehr hier).

Turan ist ein erfahrener Journalist, der lange Zeit als Korrespondent in Kairo tätig war. Darüber hinaus ist er Gründungspräsident der türkisch-ägyptischen Unternehmer-Vereinigung mit Sitz in Ägypten.

Versuchter Massenausbruch fordert 36 Tote

Unterdessen ist es bei einem versuchten Massenausbruch in Kairo zu zahlreichen Todesfällen gekommen. Wie die BBC berichtet, soll es bei einem Gefangenentransport festgenommener Muslimbrüder am vergangenen Sonntag mindestens 36 Tote gegeben haben. Während ihrer Überführung ins Abu Zaabal Gefängnis soll eine Gruppe von Bewaffneten versucht haben, den Transport zu stoppen. Ein Polizist soll als Geisel genommen worden sein. Nachdem es zunächst hieß, die Inhaftierten seien bei einem anschließenden Schusswechsel ums Leben gekommen, erklärte das Innenministerium später, die Gefangenen seien durch das Einatmen von Tränengas gestorben. Der Beamte konnte befreit werden, trug aber schwere Verletzungen davon.

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