Ägypten außer Kontrolle: Massaker an Polizisten

Bei einem Angriff gegen Sicherheitsbeamte auf der Sinai-Halbinsel wurden 24 Polizisten getötet. Die Täter sollen radikale Islamisten sein. Zuvor wurden 36 Mursi-Anhänger im Polizeigewahrsam getötet.

Die Gewaltspirale in Ägypten dreht sich immer weiter. Bei einem bewaffneten Überfall auf zwei Polizeibusse in der Grenzstadt Rafah wurden 24 Beamte getötet. Drei weitere Polizisten wurden verletzt. Die Täter sollen aus radikal-islamistischen Kreisen stammen.

Nach dem Sturz Mursi am 3. Juli ist es immer wieder zu Angriffen gegen Sicherheitsbeamte gekommen. Seit August 2012 wurden insgesamt 55 Polizisten im Sinai getötet. Alleine 49 davon kamen in den vergangenen eineinhalb Monaten bei Angriffen ums Leben, berichtet Al Jazeera.

Insbesondere der Nord-Sinai ist ein gefährliches Gebiet für ägyptische Sicherheitskräfte. Denn die nördlichen angrenzenden Gebiete zum Gaza-Streifen und zu Israel werden von Al-Qaida-nahen Gruppen als Operationsfeld benutzt. Ziele ihrer Angriffe sind insbesondere Einrichtungen des ägyptischen Militärs und der Polizeikräfte, berichtet die staatliche ägyptische Zeitun Al Ahram.

Zuvor wurden am Sonntagabend bei einem Gefangenen-Transport in Kairo 36 festgenommene Muslim-Brüder bei einem Fluchtversuch getötet. Sie sollen aufgrund des exzessiven Einsatzes von Tränengas erstickt sein.

Hamdeen Sabahi, Vorsitzender der linksgerichteten Partei der Würde, fordert die Einberufung einer Untersuchungskommission. Sie müsse aufklären, wie die Häftlinge ums Leben gekommen sind. Die Kommission soll aus Juristen und Menschenrechtlern bestehen.

Der stellvertretende der salafistischen Partei des Licht, Nader Bakkar, sagt, dass das Innenministerium die volle Verantwortung für das „Massaker“ an den Gefangenen trage. Die Muslim-Brüderschaft schließt sich dieser Meinung an, berichtet Worldbulletin.

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