EU-Freizügigkeit: Osteuropäer sichern deutsche Rentenkassen mit

Hunderttausende Ausländer haben 2011 erstmalig in die deutschen Rentenkassen eingezahlt. Unter ihnen sind viele Osteuropäer, die von der EU-Freizügigkeit profitieren. Doch auch in Deutschland lebende Ausländer nahmen rentenversicherte Stellen an. Zu dieser Gruppe zählen hauptsächlich Polen, Türken und Italiener.

Im Jahr 2011 haben insgesamt 4,17 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft in die Rentenkassen eingezahlt.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg ihre Anzahl damit um 233.000. Mehr als Zweidrittel der rentenversicherten Arbeitnehmer mit ausländischer Staatsbürgerschaft kamen aus der EU. Die Gründe hierfür seien in der Ausweitung der Arbeitnehmerfreizügigkeit auf Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn zu suchen, schreibt die Deutsche Rentenversicherung (RV) in einem Bericht. Diesen Schritt unternahm Brüssel im Mai 2011.

Unionsbürger aus Bulgarien, Kroatien und Rumänien hingegen haben eine eingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit (§ 284 Drittes Buch Sozialgesetzbuch-SGB).

Zuwachsraten zwischen 40 bis 50 Prozent sind bei den Litauern, den Slowenen und den Ungarn zu beobachten. Bulgaren haben eine Zuwachsrate in Höhe von 27 Prozent und Rumänen in Höhe von 23 Prozent.

Doch als Neu-Versicherte werden auch in Deutschland geborene oder schon längere Zeit in Deutschland lebende Ausländer erfasst, zu denen insbesondere Polen, Türken oder Italiener gehören.

„Vor allem bei den italienischen und türkischen Neuversicherten kann davon ausgegangen werden, dass ein substantieller Anteil nicht zugewandert ist, sondern dass Nachkommen früherer Zuwanderer aus diesen Ländern nun das Erwerbsalter erreicht haben und deshalb als Neufall erfasst werden.“

Die Bundesagentur für Arbeit sagt, dass der deutsche Arbeitsmarkt mehr Leute aus dem Ausland brauche. Der Gesundheitsbereich ist stark betroffen. Aber auch Einwanderer mit technischen Fähigkeiten sind gefragt.

Zusammen mit dem Wirtschafts- und dem Arbeitsministerium hat sich die Bundesagentur auf eine so genannte Positivliste geeinigt, die am Montag veröffentlicht wurde. Insgesamt 18 Berufsgruppen sollen nun für Arbeitskräfte aus den Nicht-EU-Ländern zugänglich gemacht werden. Die „Grundlage für die Auswahl der Berufe in der Positivliste bildet die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit“, so die Bundesagentur (mehr hier).

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