Turkcell: Türkisches Smartphone soll heimischen Markt aufmischen

Der türkische Mobilfunkbetreiber Turkcell will ab Ende September dieses Jahres ein in der Türkei entworfenes Smartphone in den Handel bringen. Mit dem heimischen Produkt versucht das drittgrößte Mobilfunkunternehmen Europas die Abhängigkeit des Landes von entsprechenden Importen senken. Ob die Türken den von Samsung und Apple dominierten Markt tatsächlich aufmischen können, bleibt abzuwarten.

Der türkische Mobilfunkbetreiber Turkcell hat sein erstes in der Türkei entwickeltes Smartphone vorgestellt. Das Unternehmen will mit seinem Produkt in einen bereits schwächelnden Markt hinein grätschen. Im Blick hat die Aktiengesellschaft vor allem die mittelständischen Kunden.

Vorgestellt wurde das neue Gerät erst am vergangenen Dienstag. Eine Vorabinformation, was eigentlich präsentiert werden sollte, erhielten die meisten Anwesenden nicht. Dass Turkcell jedoch unter dem Projektnamen Gebze bereits an einem solchen Smartphone arbeite, wurde schon in der Vergangenheit angedeutet. Das jetzt eingeführte Gerät wurde komplett von türkischen Ingenieuren entwickelt. Die Serienproduktion wird zunächst allerdings in China stattfinden, später soll sie dann auch in der Türkei anlaufen.

Auf Anforderungen türkischer Kunden abgestimmt

Nach Angaben von Turkcell CEO Süreyya Ciliv, so die türkische Hürriyet, halte man auf das T40 Modell in der Tat große Stücke. Türkische Nutzer sollen mit auf sie abgestimmte Features gewonnen werden, unter anderem würden traditionelle türkische Motive und Klänge angeboten. Auch in Deutschland verfahren Anbieter so (mehr hier). Ende September soll das Smartphone bereits in die Läden kommen. Angeboten werde es dann zum Beispiel auch mit verschiedenen Schalen. Das Telefon sei entwickelt worden, um den Zugriff auf Smartphones auf dem türkischen Markt zu erleichtern, so Ciliv. Dass es das günstigste Gerät auf dem Markt sein werde, konnte sie jedoch nicht versprechen. Das sei auch gar nicht Priorität gewesen. Ziel war es, ein Gerät zu entwickeln, welches bei vielen Features Vorreiter sei, anstatt schon Vorhandenes nachzuahmen.

Das aktuelle Gerät ist übrigens nicht die erste Entwicklung dieser Art von Turkcell. Das Telekommunikations-Unternehmen hat bisher fünf Handys auf den Markt gebracht. Insgesamt wurden rund eine Million Stück verkauft und dadurch, so Ciliv, rund 500 Millionen Lira, 190,2 Millionen Euro, eingenommen.

Turkcell-Tablet wird nicht weiterentwickelt

Der Turkcell Smartphone-Launch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der High-End-Smartphone-Markt, der von Samsung und Apple dominiert wird,  zusehends verlangsamt. Das Überleben in diesem engen Markt wird schwieriger, da sich der Umsatz von neuen Produkten immer mehr beschleunigt. Das bekommt auch Turkcell zu spüren. Angesprochen auf das erst im vergangenen Jahr auf den Markt geworfene Tablet, räumt der CEO nun ein, dass man hier im Augenblick keine Weiterentwicklung anstrebe.

Unterdessen zeichnet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouse Coopers (PwC) ein optimistisch stimmendes Bild der türkischen Medien- und Entertainment-Landschaft. Dieser Sektor soll noch bis Ende des Jahres 2013 ganze 11,6 Milliarden Dollar einbringen. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor kamen die türkischen Unternehmer in diesem Bereich auf 10.2 Milliarden Dollar. Das geht aus dem aktuellen Report „PriceWaterhouse Coopers’ Global Entertainment and Media (E&M) Outlook 2013-2017“ hervor, der am 9. Juli veröffentlicht wurde (mehr hier).

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