Aus nach sechs Jahren: Volvo stellt LKW-Produktion in der Türkei ein

Ford kommt, Volvo geht: Der Vertrag zwischen dem türkischen Autohersteller Karsan und Renault Trucks wird nicht verlängert. Im kommenden November läuft der Deal zwischen den Türken und dem unter Volvo laufenden Lastwagen-Hersteller nach sechs Jahren aus. Andere Automobilbauer rücken derweil jedoch schon nach.

Wie Volvo AB am vergangenen Dienstag mitteilte, habe man den Vertrag über die Montage in der Türkei beendet. Die neue Reihe Renault Trucks soll künftig in Frankreich hergestellt werden. Währenddessen orientierten sich Ford und Toyota neu gen Türkei.

Innerhalb der Volvo-Gruppe sei man sich durchaus bewusst, dass sich diese Entscheidung negativ auf das operative Konzernergbnis des dritten Quartals 2013 auswirke, so die türkische Zaman. Man erhoffe sich jedoch „einen positiven Langzeiteffekt durch eine bessere Auslastung der bestehenden Lkw-Werke“ und letzten Endes natürlich auch eine Steigerung der industriellen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit.

Renault-Trucks investiert sieben Millionen Euro

Erst im Jahr 2007 einigten sich Renault Trucks und das türkische Unternehmen Kasan auf eine Kooperation in der Produktion von Lastwagen für die Türkei und die Nachbarländer. Bereits im Jahr zuvor hatte hat das Lyoner Unternehmen in der Türkei sowie im angrenzenden Vorderen Orient rund 2000 Fahrzeuge verkauft. Karsan begann schließlich im Jahr 2009 mit der Herstellung der Fahrzeuge im Auftrag von Renault Trucks in seinem Werk in Bursa. Produziert wurden das Modell Premium Route, der Baustellen-Transporter Premium Lander und das Modell Kerax.

Das Karsan-Werk hat eine Kapazität von rund 5.000 Fahrzeugen pro Jahr, die im Auftrag von Renault Trucks produzieren werden können. Schon vor dem Abkommen hatte Karsan für Renault Trucks  diverse Lackierarbeiten ausgeführt. Bis dahin wurde der türkische Markt vom deutschen Hersteller Mercedes-Benz beherrscht. Die Stuttgarter bauten zu diesem Zeitpunkt bereits vor Ort. Für die nötigen Anlagen in der Türkei, so berichtete damals die Verkehrsrundschau, seien von Renault-Trucks sieben Millionen Euro bereit gestellt worden.

Anlässlich der Erneuerung der Modellpalette von Renault Trucks und der schärferen europäischen Umweltauflagen, so die Börsen Zeitung, wolle Volvo AB aber nun die für den türkischen Markt bestimmten Fahrzeuge künftig wieder in Frankreich fertigen lassen.

Ford verabschiedet sich aus Southampton

Den umgekehrten Weg gingen unterdessen Toyota und Ford. Erst seit wenigen Wochen rollen in der Provinz Sakarya die neuen Toyota Corolla-Modelle vom Band. Zuvor hatte der japanische Autobauer 150 Millionen Euro in die türkische Anlage investiert. Bereits der Vorgänger wurde dort produziert (mehr hier). Ende Juli verabschiedete sich Ford schließlich aus Southampton. Sein Glück sucht das Unternehmen nun in der Türkei und seinen „signifikant niedrigeren“ Produktionskosten (mehr hier).

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