Drei Morde in zwei Stunden: In Istanbul geht die Angst um

Gleich drei mysteriöse Morde im Istanbuler Stadtteil Fatih haben am vergangenen Mittwoch die Polizei auf den Plan gerufen. Offenbar gibt es eine Verbindung zwischen den drei Opfern. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Eigentlich gilt Istanbul als die sicherste Stadt der Welt. Derzeit erschüttern die Millionenmetropole jedoch gleich drei Morde. Ereignet haben sich die Verbrechen allesamt am vergangenen Mittwoch. Und das binnen zwei Stunden. Es kursieren Gerüchte, wonach es eine Verbindung zwischen den drei Toten geben soll.

Das erste Opfer des gestrigen Tages war eine 37-jährige Frau, die in ihrem Jeep erschossen wurde. Auf sie folgte ein 26-jähriger Mann, den man in einem Hotelzimmer per Kopfschuss niederstreckte. Auch der dritte Mord ereignete sich im Istanbuler Stadtteil Fatih. Diesmal ein 39-jähriger Mann, der mit einer Machete umgebracht wurde. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Der Leichnam des ersten Opfers wurde demnach gegen 15 Uhr am Nachmittag in der Nachbarschaft von Yedikule aufgefunden. Zuvor hatten die Anwohner Schüsse vernommen. In der Tat fand die Polizei später drei leere Patronenhülsen. Die Tote wurden unterdessen in die Gerichtsmedizin überstellt. Bereits gegen 16 Uhr wurden die Beamten erneut gerufen. In einem Hotelzimmer in Seyit Ömer wurde der leblose Körper eines jungen Mannes entdeckt. Wie sich herausstellte, war auch das Opfer in der Vergangenheit bereits wegen Mordes angeklagt worden. Um 17 Uhr schließlich wurde das dritte Todesopfer von einer bisher unbekannten Person  bzw. Gruppe angegriffen. Der 39-Jährige verstarb durch die massiven Verletzungen, die ihm durch eine Machete an Hals, Gesicht und Armen beigebracht wurden.

Mordopfer sollen sich gekannt haben

Die Mordserie sorgt bei der Istanbuler Polizei für Alarmbereitschaft. Offenbar, so das Blatt weiter, habe man bereits einen Tatverdächtigen im Visier. Es soll sich dabei um den Bruder des ersten Opfers handeln. Eine Vernehmung soll es bereits gegeben haben. Diese wäre offenbar auch beinahe eskaliert, nachdem Angehörige der Opfer vor der Wache auftauchten und damit drohten, den Verdächtigen zu lynchen. Dieser wurde jedoch umgehend in ein Krankenhaus für weitere Untersuchungen gebracht.

Dass es einen Zusammenhang zwischen den drei Toten geben könnte, darauf wies ein nach Angaben des Blattes ein Onkel des letzten Opfers hin. Angeblich habe dieses die beiden anderen Toten gekannt. Es soll sogar ein Verwandschaftsverhältnis bestanden haben. Die Ermittlungen dauern an.

Wie die türkischen Medien erst Anfang dieses Jahres unter Bezug auf die Statistiken der Polizeibehörde Istanbul berichteten, sei die Bosporusmetropole die Stadt mit den verhältnismäßig wenigsten Morden weltweit. Auch die allgemeine Kriminalitätsrate sei im Vergleich zu anderen Großstädten relativ gering (mehr hier). Erschüttert wurde das Land aber etwa zur gleichen Zeit durch den spektakulären Mordfall an der US-amerikanischen Touristin Sierra Sarai. Nach tagelanger Suche wurde die Leiche der zweifachen Mutter unterhalb der historischen Stadtmauer gefunden. Anfang Juli kam dann erneut Bewegung in den Fall. Geht es nach der Istanbuler Staatsanwaltschaft, dann könnte Ziya T. lebenslang im Gefängnis landen. Erinnern will sich der 46-Jährige allerdings nicht (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Mordfall Sierra Sarai: Täter droht lebenslange Haft
Grauen in Istanbul: Busfahrer findet Leiche auf dem Fahrzeugdach
Verbrechen in Istanbul: Frau von vier Unbekannten zu Tode geprügelt

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.