Aydan Özoguz: Vielfalt in den Behörden hätte NSU-Morde verhindern können

Mitarbeiter mit Migrationshintergrund in den Behörden hätten die Mordserie der NSU verhindern können, so die stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD, Aydan Özoguz. Für die Zukunft müsse aus diesen Fehlern gelernt werden.

Bis heute sind sowohl in der Politik als auch in den deutschen Behörden nur wenig Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil vertreten. Bei der Aufklärung der NSU-Morde wäre das allerdings ein wichtiger Faktor gewesen. Die Mordserie hätte vielleicht nicht so ein Ausmaß genommen, sagt die stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD, Aydan Özoguz.

Ein Fehler, der in der Zukunft nicht begangenen werden dürfe. Aus ihrer Wahlkampftour in Frankfurt zitiert sie die Sabah:

„Dass die NSU Morde einen so schrecklichen Dimension erreicht haben liegt auch daran, dass in den Ermittlungsbehörden keine Mitarbeiter mit Migrationshintergründen sind. Wenn während der Mordserie in den Ermittlungsbehörden ein türkischer, ein marokkanischer oder ein anderer Mitarbeiter mit Migrationshintergrund gewesen wäre, wäre er der Sache auf den Grund gekommen und die Frage gestellt, ob die Morde einen rassistischen Hintergrund haben könnten. Vielleicht wären die Morde so nicht begangen worden.“

In der Politik sieht es allerdings nicht anders aus. Aydan Özoguz ist eine der wenigen Politikerinnen mit Migrationshintergrund. Auch wenn die Zahl steigt, sind diese oftmals nicht an prominenten Stellen der Parteien anzutreffen (mehr hier).

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