Trotz Lira-Verfall: Finanzminister schließt türkische Krise aus

Die Türkische Lira auf Rekordtief - Finanzminister Mehmet Şimşek sieht trotzdem keine Gefahr. Der Bankensektor sei stabil und die Türkei sei lediglich Teil der internationalen Entwicklung. Brasilien und Indien kämpfen ebenfalls gegen den Währungsverfall.

Die türkische Zentralbank kämpft mit allen Mitteln gegen den Kursverfall der Lira. Der türkische Finanzminister bemüht sich, die Ängste vor einer türkischen Krise nicht noch zu schüren und erklärt immer wieder, dass das nicht zu befürchten war. Nun sagte jedoch auch er, dass die Türkei keine „Insel“ sei und von der Weltwirtschaft beeinflusst werde.

In der vergangenen Woche erreichte der US-Dollar 1,99 Lira, Rekordtief für die türkische Währung. Während Ökonomen bereits warnen, dass die Währungskrise in vielen Schwellenländern (mehr hier) nun auch die Türkei erfasst hat, beschwichtigt Finanzminister Mehmet Şimşek.

Die Schwankungen seien nicht auf die Türkei begrenzt. Zu bemerken seien diese in den meisten Schwellenländern. Auch „der Wertverlust der indischen Rupie und des brasilianischen Real seit Beginn des Jahres sind nicht geringer als der der Türkischen Lira“, so der Minister.

Angesichts eines Rekordtiefs der vergangenen zehn Jahre ist das allerdings nur wenig beruhigend. Bisher hatte Şimşek eine sich verschlechternde wirtschaftliche Situation in der Türkei fast immer pauschal abgelehnt. Nun sagt auch er: „Die Türkei ist keine Insel, sie ist eine Wirtschaft integriert in die Weltwirtschaft. Aus diesem Grund kann die Türkei positiv oder negativ beeinflusst werden“.

Der türkische Bankensektor sei, so Şimşek, in perfektem Zustand, gut geführt und gut beobachtet. Eine Krise erwarte er nicht.

Die türkische Zentralbank versucht, die anhaltende Abwertung der Türkischen Lira vor allem mit der wiederholten Erhöhung des Leitzinses zu stoppen. Erst am Dienstag wurde dieser um 0,5 Prozentpunkte auf 7,75 Prozent erhöht (mehr hier).

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