Anschlag vereitelt: 177 Kilogramm Sprengstoff an türkisch-syrischer Grenze sichergestellt

Die türkische Polizei hat in einem Auto 177 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Der Fund gelang in der südtürkischen Provinz Kilis. Zwei syrische Staatsangehörige wurden darauf hin festgenommen. Erst im Mai kam es in Reyhanlı zu einem verheerenden Doppelanschlag.

Bereits am vergangenen Sonntag hat die türkische Polizei am Grenzüergang Öncüpınar 177 Kilogramm Sprengstoff sichergestellt. Das explosive Material befand sich in einem gewerblichen Fahrzeug, das von Syrien in die Türkei einfahren wollte. Die Insassen, zwei syrische Staatsangehörige, wurden von den Beamten festgenommen. Daneben wurden eine Pistole und 15 Patronen sichergestellt.

Die türkische Polizei, so berichtet die Zaman, habe nun eine umfassende Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. In Alarmbereitschaft sind die türkischen Beamten nicht nur aufgrund der angespannten Situation im Nachbarland, das offenbar kurz vor einem Krieg steht (mehr hier). Bereits am 11. Mai dieses Jahres sorgten zwei Bombenanschläge in Reyhanlı für Panik. Damals explodierte ein Sprengsatz vor dem Rathaus der Stadt, ein weiterer vor einem Postamt.

Der Ort in der türkischen Provinz Hatay gilt als Drehkreuz für syrische Flüchtlinge und die Tätigkeit der Opposition. Bei den Bombenanschlägen im Mai wurden mehr als 50 Menschen getötet und über 100 Personen verletzt. Den türkischen Sicherheitskräften wurden damals schwere Vorwürfe entgegengebracht. „Weder Soldaten, noch Gendarmerie oder Polizei hatten Kontrollpunkte eingerichtet, um die Autos, die aus der Stadt fuhren, zu checken, als die Zeitungsmitarbeiter über die Hauptstraßen Reyhanlı erreichten“, kritisierte die türkische Presse. Auch die Angreifer hätten die Hauptstraßen mit zwei Autos voller Sprengstoff nur 14 Stunden zuvor benutzt (mehr hier).

Die Wut der Einheimischen richtete sich damals vor allem gegen syrische Flüchtlinge. Allerdings: Bei den festgenommenen Verdächtigen handelte es sich um Türken.

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