Kriegsgefahr in Syrien: Hilfsorganisationen sorgen sich um eine Million Flüchtlingskinder

Ein möglicher NATO-Erstschlag gegen Syrien rückt derzeit immer näher. Die angespannte Situation ruft nun auch zahlreiche Wohltätigkeitsorganisationen auf den Plan. Ihre Sorge gilt den rund eine Million syrischen Flüchtlingskindern, die dringend Unterstützung benötigen.

Die Hinweise verdichten sich, dass ein NATO-Erstschlag gegen Syrien in greifbare Nähe gerückt ist. Kampfjets werden verlegt, ein Treffen der Militärbefehlshaber ist angesetzt. Inmitten der Kriegsgefahr sind es nach Ansicht einiger Wohltätigkeitsorganisationen jedoch vor allem die rund eine Million syrischen Flüchtlingskinder, an die nun besonders gedacht werden müsse.

Verletzungen, Tod und traumatische Erlebnisse

Save the Children, MercyCorps und UNICEF sind alarmiert. Inmitten der syrischen Krise würden diese Kinder unter „hoffnungslosen“ Bedingungen leben. „Mehr als 7.000 Kinder sind tot und eine Million als Folge dieses Krieges vertrieben worden“, zitiert USA Today Save the Children Präsident und CEO Carolyn Miles. Auch Alexandra Chen, MercyCorps regionale Kinderschutz-Beraterin für syrische Kinder in Jordanien und im Libanon, ist in höchster Sorge. „Die vergangenen Tage in Syrien sind vielleicht diejenigen, über die syrische Flüchtlinge am schwierigsten sprechen können, sowohl Kinder als auch ihre Eltern.“ Jeder von ihnen hätte Erfarhungen mit dem Verlust, hätte Gewalt und Zerstörung erlebt. Viele Kinder würde der Klang von Bomben und Schüssen verfolgen. Auch der Tod sei ihnen nicht fremd. Sie hätten tote Menschen gesehen, die entweder vor ihren Augen gestorben seien oder auf der Straße lägen. Derzeit gehört nicht nur für sie die Türkei zu den Top-Ten der weltweiten Zufluchtsorte (mehr hier).

UNICEF versucht dieser Tage die Öffentlichkeit ebenfalls aufzurütteln. Groß ist auf der Startseite „Help Syrian Children“ zu lesen. Darauf folgt ein Hinweis auf eine Spendenkampagne. Ohne weitere Unterstützung, so heißt es hier, würden die Kinder einschlägige Impfungen nicht erhalten. Auch Wasserknappheit, das Fehlen medizinischer Dienste und eine immer schlechter werdende Ausbildung könnten dann für sie zum Problem werden. Türkische Ärzte fürchten derzeit neue Epidemien (mehr hier).

Mehr als 740.000 unter elf Jahre

Seit Ausbruch des Syrien-Konflikts im März des Jahres 2011 sind nach Angaben der UN gut eine Million Kinder vor der anhaltenden Gewalt ins Ausland geflohen. Minderjährige hätten damit gut die Hälfte aller syrischen Flüchtlinge ausgemacht, so das Kinderhilfswerk UNICEF und das Flüchtlingskommissariat UNHCR. Mehr als 740.000 dieser Flüchtlinge seien unter elf Jahren.

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