„Zu laut“: Linke Zeitungsverkäufer am Taksim-Platz verhaftet

Türkische Polizisten haben zwei Verkäufer linker Zeitungen am Taksim-Platz festgenommen, weil diese zu laut gewesen sein sollen. Die beiden Männer müssen Ordnungsgelder in Höhe von 88 Lira zahlen.

Der symbolische Kampf um den Taksim-Platz geht weiter. Zwei Zeitungsverkäufer, die die linken Blätter „Birgün“ und „Aydinlik“ verkauften, wurden an diesem Dienstagmorgen von der Polizei wegen Lärmbelästigung festgenommen.

Wenn man am Taksim-Platz die Rolltreppe der Metrostation hochfährt, gehören Zeitungsverkäufer, die die aktuellen Schlagzeilen in die Menge rufen, zum gewohnten Bild. An diesem Dienstagmorgen waren die Zeitungsverkäufer entweder ungewöhnlich laut oder die Polizei hat gezielt die Verkäufer der regierungskritischen Zeitungen festgenommen. Das Blatt „Birgün“ hat eine Auflage von 5.000, „Aydinlik“ von 60.000 Zeitungen.

Jedenfalls wurden die beiden Männer auf die örtliche Polizeiwache am Taksim-Platz gebracht, wo sie ein Ordnungsgeld von 88 Lira entrichten mussten, schreibt Radikal. Bereits im November vergangenen Jahres wurde ebenfalls ein Verkäufer der „Aydinlik“ wegen Unruhestiftung mit 82 Lira Ordnungsgeld belegt.

Wie die Türkische Journalisten Vereinigung (TGS) bereits im vergangenen Juli bekannt gegeben hat, sollen im Zusammenhang mit den Gezi Park Protesten mindestens 22 Journalisten gefeuert worden sein. 37 weitere mussten von ihren Posten zurücktreten. Gegen den Druck der Medienbosse und der Regierung soll nun, so zumindest die Aufforderung, gemeinsam vorgegangen werden. Wie das konkret aussehen soll, dazu machte Gökhan Durmuş, Chef der TGS-Zweigstelle in Istanbul, allerdings keine Angaben (mehr hier).

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