Für die sportliche Karriere: 92 Ausländer werden türkische Staatsbürger

Die Türkei hat zwischen 2006 und 2013 92 ausländische Athleten eingebürgert. Insgesamt gehört das Land damit zu einer weltweit der beliebtesten Destinationen für Sportler aus dem Ausland.

Wie der türkische Innenminister Muammer Güler auf Anfrage des MHP-Abgeordneten Özcan Yeniçeri mitteilte, habe die Türkei in den vergangenen sieben Jahren fast 100 ausländischen Sportlern zur türkischen Staatsbürgerschaft verholfen. Neben den 92 in der Zeit von 2006 bis 2013 abgeschlossenen Verfahren, seien bis Mai dieses Jahres noch vier weitere Anträge hinzugekommen, die derzeit bearbeitet würden.

Diese 92 Personen, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, kämen aus Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Großbritannien, Bulgarien, Kamerun, China, Kroatien, Äthiopien, Georgien, Deutschland, Guinea, Ungarn, Irland, Israel, Kosovo, Kirgisien, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Nigeria, Rumänien , Russland, Serbien, Südafrika, Schweden, der Ukraine, den USA und Usbekistan. Insgesamt, so ginge aus den Zahlen des Internationalen Leichtathletik-Verbands hervor, gehöre die Türkei zu den beliebtesten Zielen ausländischer Athleten. Zu den bevorzugten Orten gehörten daneben aber auch Belgien, Irland, Israel, Italien, Spanien und die Schweiz.

Knallharte Ausländerregel im Fußball

Im türkischen Fußball ist dem Zustrom ausländischer Spieler mittlerweile jedoch ein Riegel vorgeschoben. Bereits im vergangenen Juni hatte der türkische Fußballverband (TFF) bekannt gegeben, eine  6+0+4-Quote für ausländische Spieler einzuführen. Konkret bedeutet das für die SüperLig-Clubs, dass sie in dieser Saison nicht mehr als zehn ausländische Spieler in ihren Kader aufnehmen dürfen. Demnach werden sich in der kommenden Saison lediglich sechs ausländische Spieler im 18-Mann-Kader befinden dürfen und weitere vier Spieler müssen auf der Tribüne Platz nehmen. Vergangene Saison wurde noch mit der 6+2+2 Reglung gespielt. Zu dieser Zeit war es den Vereinen noch möglich, sechs ausländische Spieler auf dem Platz und zwei weitere auf der Auswechselbank zu positionieren (mehr hier).

Einer der prominentesten Beispiele für eine Einbürgerung in den vergangenen Jahren ist sicher Marco Aurélio, der sich nun Mehmet nennt (mehr hier). Der 1977 in Rio geborene Fußballer wechselte 2001 in die türkische SüperLig. Und das äußerst erfolgreich. Fünf Jahre später, im Jahr 2006 nahm er schließlich die türkische Staatsbürgerschaft an und debütierte am 16. August im Spiel gegen Luxemburg in der türkischen Nationalmannschaft. Der Brasilianer war der erste nichttürkischstämmige Nationalspieler und -torschütze des Landes. Ein Jahr nach seiner Einbürgerung wurde er gar zum besten Nationalspieler der Türkei gewählt. Sein Engagement in der Nationalmannschaft dauerte bis 2011.

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