Irritation in Dortmund: Planen Salafisten-Prediger am Wochenende einen Auftritt?

Die Spitzen der Salafisten-Szene sollen am kommenden Sonntag angeblich bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Dortmunder Stadtbezirk Eving auftreten. Doch obschon auf Plakaten damit geworben wird, wissen Polizei und Vermieter der Eventhalle offenbar nichts Konkretes.

Am kommenden Sonntag, den 1. September, findet im Dortmunder Stadtteil Eving das so genannte „Brunnen-Festival“ statt.  Auf Werbeplakaten wird derzeit mit dem Kommen ultrakonservativer islamistischer Prediger geworben. Ob das Ganze allerdings tatsächlich zutrifft, ist im Augenblick völlig unklar.

Auf den Plakaten, so berichtet Der Westen, würde mit einer „vollständigen Geschlechtertrennung“ geworben werden. Daneben würden stündliche Vorträge bekannter Prediger angekündigt. Illustriert seien die Plakate mit einschlägig bekannten Gesichtern: Den deutschen islamistischen Predigern Pierre Vogel (mehr hier) und Sven Lau alias Abu Hamza und Abu Adam. Beide, so heißt es, seien einige Zeit von der deutschen Bildfläche verschwunden gewesen und hätten sich unter anderem in Ägypten aufgehalten.

Vorwand: soziale Veranstaltung für Afrika

„Das Emblem des Festivals ist ein Wassertropfen mit einem dicken schwarzen Bart“, beschreibt die Redaktion. Doch was steckt dahinter? Die Nachforschungen des Blattes lieferten wenig Konkretes. Der Vermieter der Eventhalle gab an, dass er bereits vor geraumer Zeit vom Organisator des Festivals, Rafael Weretycki, der sich auch Khalil Abu Noah nennt, kontaktiert worden sei. Dieser habe zwei Festhallen mit insgesamt rund 1800 Quadratmeter Fläche angemietet. Angegeben habe er hierfür eine soziale Veranstaltung für Afrika. Aus diesem Grund sei auch die Miete reduziert worden. Dass es sich stattdessen um Salafisten handeln soll, habe er erst am Montag erfahren, als die Polizei wegen des Events vorsprach.

Die Polizei, so das Blatt weiter, wisse aber offenbar ebenfalls nicht, wer am kommenden Sonntag tatsächlich erscheine. Auch zur erwarteten Besucherzahl seien keine Angaben gemacht worden.

Salafist erhält Bewährungsstrafe

Wie nun hingegen bekannt wurde, muss ein Rädelsführer der Salafisten-Krawalle vom Mai 2012 in Solingen nicht ins Gefängnis. Ein Solinger Schöffengericht verurteilte den 28-Jährigen am Dienstag lediglich zu neun Monaten Bewährungsstrafe. Von Seiten der Polizei wurde das Urteil mit Unverständnis aufgenommen. „Bei Angriffen auf Polizisten sollte die höchstmögliche Strafe verhängt werden“, zitiert RP Online den Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft in NRW, Erich Rettinghaus (mehr hier).

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