Bedrohung aus Syrien: Türkisches Militär hat einen Schießbefehl

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu hat noch einmal darauf hingewiesen, dass der türkischen Armee bereits ein Befehl vorliege, auf alle Bedrohungen von syrischer Seite zu reagieren. Das Säbelrasseln an der türkisch-syrischen Grenze ist zwar nicht neu. In Anbetracht der Vorbereitungen des Westens hat es aber eine völlig neue Qualität.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu hat am vergangenen Mittwoch noch einmal klar herausgestellt, dass Premier Recep Tayyip Erdoğan die türkische Armee schon vor einiger Zeit autorisiert habe, ihre Einsatzregeln zu ändern. So sollen die Streitkräfte in der Position sein, entschiedene militärische Aktionen gegen alle Bedrohungen aus Syrien vornehmen zu können. Ausschlaggebend war der Abschuss zweier Kampfjets im Sommer 2012. In Anbetracht der aktuellen Kriegsgefahr steigt nun die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich dazu kommt.

Davutoğlus Hinweis fällt mit Berichten zusammen, wonach die Türkei ihre Boden- Luftraketen zur Flugabwehr in der südtürkischen Provinz Hatay bereits gen Syrien ausgerichtet haben soll. Im Zuge der Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz gegen den Nachbarstaat, so die türkische Zaman, seien zahlreiche dieser Raketen in den Bezirk Kirikhan gebracht worden. Konkret soll es sich um Stinger- und Hawk-Raketen handeln, die jetzt entsprechend positioniert worden seien.

Türkei rechnet mit weiteren Flüchtlingsströmen

Die Türkei und Syrien haben eine gut 900 Kilometer lange, gemeinsame Grenze. Auf türkischem Gebiet halten sich derzeit gut eine halbe Million syrischer Flüchtlinge auf. Schlägt der Westen in nächster Zeit tatsächlich zu, wird mit einem weiteren Massenansturm gerechnet.

Dass man sich einem entsprechenden Einsatz gegen Syrien anschließen werde, daraus machte der türkische Außenminister bereits zu Wochenanfang keinen Hehl. Schon an diesem Montag signalisierte er, dass die Türkei einer internationalen Koalition gegen Syrien beitreten würde. Diesen Schritt wolle die Türkei auch mittragen, falls dafür keine Mehrheit im UN-Sicherheitsrat zustände käme (mehr hier).

Kampfjet-Abschuss verschärft die Situation

Schon Ende Juni 2012 meldete sich der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan mit einer scharfen Ankündigung zu Wort.  Darin bekräftigte er, künftige Bedrohungen absolut ernst zu nehmen. Diejenigen, die die Macht der Türkei austesten würden, so Erdoğan, würde man auf ihre Plätze verweisen. „Wir sind ein Staat, der rücksichtslos gegen jede Art von Terrororganisation kämpft. Wir schrecken nicht davor zurück Schurkenstaaten und jenen, die den Großmut der Türkei ausreizen, nachzustellen.“ Die Türkei sei jedoch keine Bedrohung für die Sicherheit irgendeiner Nation. „Das türkische Militär ist eine der weltweit stärksten Armeen“, so Erdoğan weiter. Die Türkei beabsichtige allerdings nicht, irgendjemanden anzugreifen. Es gehe vielmehr darum, den Frieden zu wahren und um die Abwehr von Bedrohungen gegen die eigene Sicherheit (mehr hier).

London und Washington treten beim geplanten Militärschlag gegen Syrien derzeit wieder auf die Bremse. Premier David Cameron erfährt Widerstand aus den eigenen Reihen und will nun doch den Bericht der UN-Inspekteure abwarten. Präsident Obama muss den Republikanern erklären, auf welcher Grundlage er Syrien bombardieren will (mehr hier).

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