Chemie-Attacke aus Syrien: Türkischer Katastrophenschutz ist vorbereitet

Die Vorbereitungen der Türkei auf einen möglichen Militärschlag des Westens gegen Syrien laufen nicht nur auf militärischer, sondern auch auf Zivilschutzebene. Der türkische Katastrophenschutz (AFAD) hat bereits damit begonnen, Lebensmittel und Gasmasken in den Provinzen entlang der türkisch-syrischen Grenze zu horten.

Nicht nur die Israelis statten ihre Bevölkerung derzeit mit Gasmasken vor einem drohenden Chemiewaffenangriff aus Syrien aus. In Anbetracht der sich immer weiter zuspitzenden Situation, hat auch der türkische Katastrophenschutz (AFAD) entsprechende Vorkehrungen in den Grenz-Provinzen getroffen.

Nach dem verheerenden Chemiewaffen-Einsatz in Syrien in der vergangenen Woche ist Ankara in höchster Alarmbereitschaft. Wie der türkische Katastrophenschutz am Donnerstag mitteilte, habe man bereits „alle Maßnahmen“ gegen einen möglichen Chemieangriff getroffen, heißt es auf dem offiziellen Twitter-Account von AFAD. Neben lebenswichtigen Lebensmittelvorräten, Medikamenten und Gasmasken sollen in sieben der betroffenen Gebiete unter anderem auch Bunker ausgewiesen worden sein, die der Bevölkerung im Ernstfall Schutz bieten, berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Chemiewaffen-Experten in der Grenzregion

Die Türkei hat bereits vorsorglich eine ganze Armada an Chemiewaffen-Experten in die Grenzregion entsandt. Sie sollen untersuchen, ob der Chemiewaffen-Einsatz in Syrien auch Auswirkungen auf türkisches Territorium hat. Kurz nach dem 21. August verstärkte die Türkei zudem ihre Abwehrmaßnahmen gegen einen chemischen Angriff entlang der syrischen Grenze (mehr hier).

Nach Angaben von AFAD würden derzeit rund 400 chemische, biologische, radiologische und nukleare Spezialisten mit dem Katastrophenschutzministerium zusammenarbeiten. Diese seien derzeit vor allem in den südlichen und südöstlichen Provinzen der Türkei, in Hatay, Kilis und Sanliurfa, unterwegs. Das Ziel: Für die Bevölkerung sollen die Risiken eines Chemiewaffen-Einsatzes von syrischer Seite so weit wie möglich eingedämmt werden. Kommt es doch zu einem solchen Angriff, würden die Teams in Spezialkleidung und mit entsprechender Ausrüstung in die Gefahrenzonen eindringen, um die Umgebung zu sichern. Alle Personen, die betroffen seien, würden sofort aus dem Gebiet gebracht. Mit der Unterstützung von Gesundheits-Einheiten würden die Evakuierten zunächst von Ersthelfern versorgt und dann in Krankenhäuser eingeliefert werden. Anschließend beginne die Dekontaminierung des Areals.

Run auf Gasmasken in Israel

Angesichts des drohenden Kriegs gegen Syrien ist nicht nur in der Türkei, sondern vor allem in Israel die Unsicherheit der Bevölkerung groß. Seit 1990 können sich israelische Bürger eigene Gasmasken an dafür vorgesehenen Ausgabestellen holen. Doch diese Anlaufstellen werden derzeit überlaufen. Sogar auf die nationale Telefon-Hotline für die Verteilung von Gasmasken wird in den israelischen Medien derzeit verwiesen, so groß ist die Sorge. Die Wartezeiten bei der Telefonhotline liegen derzeit bei 40 Minuten (mehr hier).

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