Countdown für Olympia 2020 Entscheidung: Türkische Delegation in Buenos Aires eingetroffen

Wer erhält den Zuschlag für Olympia 2020? Am 7. September fällt die Entscheidung in Buenos Aires. Für das türkische Olympia Komitee beginnt nun die heiße Phase. Die Gruppe ist bereits in Argentinien angekommen und voller Optimismus, dass die fünfte Bewerbung endlich erfolgreich verläuft.

Aus türkischer Perspektive läuft bisher alles glatt. Istanbul, das scheint für das hiesige Olympia Komitee bereits sicher, erhält den Zuschlag für die Olympischen Spiele im Jahr 2020 und die dazugehörigen Paralympischen Spiele. Für die Türkei wäre der Zuschlag historisch. Käme damit doch zum ersten Mal der wichtigste sportliche Wettbewerb der Welt ins Land. Die damit verbundene Bürde ist jedoch nicht zu unterschätzen.

Istanbul 2020 Vorsitzender Hasan Arat und sein Team reisten bereits am Donnerstag nach Buenoes Aires. Jetzt treffen sie die letzten Vorbereitungen für den Höhepunkt einer umfangreichen Zwei-Jahres-Kampagne.  Die Bewerbung erfolgte bereits im August 2011 (mehr hier).

Großer Zuspruch in der Türkei

„Dies sind unsere Olympischen Spiele“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Arat. Wie ein olympisches Sportler-Team werde man sich nun die Zeit nehmen, um sich zu aklimatisieren, eine Verbindung innerhalb der Gruppe herzustellen, sich voll aufeinander einzustellen und letzte Feinabstimmungen an der Kampagne vorzunehmen. „Seit mehr als 20 Jahren gehört die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele zu einer der innigsten Wünsche der Türkei. Wir haben das ganze Land hinter uns.“

Druck empfinde man jedoch nicht, so Arat. Vielmehr empfinde man große Aufregung. Denn nun lege man ein hervorragendes Angebot vor. Nie sei die Millionenstadt besser vorbereitet gewesen. Nie war der Zuspruch größer (mehr hier). Entsprechend zuversichtlich sei man auch, dass die Entscheidung zugunsten von Istanbul ausfallen werde.

Ob der Zuschlag für die Olympischen Spiele 2020 als Fluch oder Segen betrachtet werden kann, darüber scheiden sich die Geister. Wenn es nach der Türkei geht, wäre der schon viel früher erfolgt. Das Land signalisiert auf allen Kanälen: Wir sind bereit. Doch die Medaille hat auch hier eine Kehrseite. Zwar lief beim jüngsten Gastgeber London im Sommer 2012 alles glatt, nachhaltig vom sportlichen Mega-Event profitieren konnte man allerdings nicht.

Olympia 2020 als Belastungsprobe für Istanbul

Schon kurz nach dem Ende der Olympischen Spiele 2012 zeigte sich, dass teure Hotels und eingeschränkte Mobilität während der Olympischen Spiele auf viele Touristen abschreckend gewirkt hatten. Ob sich optimistische Prognosen, wie etwa von Visa Europe, tatsächlich bewarheiten und bis 2015 mehr als fünf Milliarden Pfund, umgerechnet fast acht Milliarden Dollar, durch die Olympischen Sommerspiele an zusätzlicher Wirtschaftsleistung in die britischen Kassen gepumpt werden, scheint fraglich (mehr hier).

Auch für Istanbul könnte das Sport-Spektakel am Ende zur Belastungsprobe werden. So warnte der deutsche Sportjournalist Jens Weinreich bereits Anfang des Jahres: „Jacques Rogge war 2001 mit dem Versprechen angetreten, die Olympischen Spiele bezahlbarer und nachhaltiger zu machen. Auch mit diesem Vorhaben ist er gescheitert.“ Denn in seiner Ära stünden Athen (Sommer 2004), Peking (Sommer 2008), Sotschi (Winter 2014) und Rio de Janeiro (Sommer 2016) für olympischen Gigantismus. Allenfalls in Vancouver (Winter 2010) und mit großen Abstrichen in London (Sommer 2012) sei nachhaltig agiert worden. „(…) selbst in London begann alles mit einer großen Lüge über die Kosten, als die Regierung in der Bewerbungsphase ein entsprechendes Gutachten verheimlichte.“

Im Zuge ihrer fünften Bewerbung konkurriert die Bosporusmetropole mit Madrid und Tokio. Wer den Zuschlag erhält, wird am 7. September durch die IOC-Vollversammlung verkündet.

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