WHO: Türkei ist Vorbild in der Bekämpfung von Nikotinsucht

Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Türkei den Kampf gegen das Rauchen offenbar vorbildlich aufgenommen. Nun soll das Land 28 weiteren Staaten erklären, wie eine Eindämmung der Nikotinsucht auch bei ihnen funktionieren könnte.

Die türkische Vorgehensweise in der Bekämpfung von Nikotinsucht ist in den Augen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offenbar besonders gelungen. Das entsprechende Wissen soll die Türkei nun an 28 Staaten weitergeben.

Konkret geht es um die Implementierung von Studien zur Eindämmung des Tabakkonsums im Rahmen eines Projektes, an dem auch die türkischen Ministerien für Gesundheit und Finanzen sowie der Türkische Grüne Halbmond mitarbeiten. Das berichtet Worldbulletin. Im Zuge dessen sollen die türkischen Behörden diese Länder über die Themen Tabakkontrolle und Raucherentwöhnung informieren. Daneben auf der Agenda stehen die Einrichtung entsprechender Service-Hotlines inklusive praktischem Training nebst theoretischem Unterricht zur Vertiefung.

Alle zwei Jahre legen die 194 WHO-Mitglieder einen Bericht zur Bekämpfung von Tabakkonsum vor. Der vierte Report dieser Art wurde am 10. Juli 2013 in Panama vorgestellt. Darin beschrieben ist auch die türkische Entwicklung. Das Land wird als Referenz im Kampf gegen das Rauchen betrachtet. Seit 2010 haben Komitees aus Staaten wie Aserbaidschan, Albanien, Bangladesch, Iran, Kosovo, Ungarn, Ägypten, Thailand und der Ukraine die Türkei besucht, um dort die aktuellen Bemühungen um eine Eindämmung der Tabaksucht zu beobachten.

Wie die WHO in ihrem Report on the Global Tobacco Epidemic festgestellt hat, sinken die Raucherzahlen in Westeuropa. Maßgeblich dazu beigetragen hat ihrer Ansicht nacht das Verbot entsprechender Werbung. Ziel der Organisation ist es seit Jahren ein weltweites Tabak-Werbe-Verbot durchzusetzen.

AKP betreibt restriktive Tabakpolitik

In den vergangenen Jahren kam es unter der AKP-Regierung zu einer immer restriktiveren Alkohol- und Tabakpolitik. Die Steuerbelastung für Raucher ist seit 2003 enorm gestiegen (mehr hier). Lagen 2003 die Ausgaben aller Raucher für ca. 108 Millionen Zigaretten bei 5,5 Milliarden Dollar, zahlten Raucher 2012 für zehn Millionen Zigaretten weniger ganze 15,5 Milliarden Dollar. Rund zehn Milliarden Dollar im Jahr nimmt der türkische Staat alleine durch die erhöhte Tabaksteuer, die 78 Prozent des Preises einer Packung ausmacht, ein.

Die Entwöhnungspolitik trägt derweil Früchte. Zwischen 1988 und 2012 ist der Bevölkerungsanteil der Raucher von 44 auf 27 Prozent gefallen. Dabei spielen sicherlich auch die Verbannung des Zigarettenqualms aus geschlossenen Räumen, zensierte Raucher im Fernsehen und zahlreiche Gesundheitskampagnen eine große Rolle. Rauchen ist die häufigste Ursache für Krebs in der Türkei – (mehr hier). Interessant ist auch, dass in der Türkei ein positiver Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und der Wahrscheinlichkeit zu rauchen besteht. In den meisten anderen Ländern rauchen eher ungebildete Schichten, in der Türkei ist es genau umgekehrt, so die Weltgesundheitsorganisation in einer Studie.

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