Olympia 2020: Türkischer Zuschlag könnte die Region befrieden

Für den türkischen Sportminister Suat Kılıç ist Olympia mehr als nur ein sportlicher Wettkampf. Erhält Istanbul in Buenos Aires tatsächlich den Zuschlag, wäre das eine Chance auf Frieden in der gesamten Region. Fällt die Wahl auf die Bosporusmetropole, trägt erstmals ein muslimisches Land das sportliche Großereignis aus.

Im argentinischen Buenos Aires laufen derzeit die letzten Vorbereitungen. Bereits am 7. September wird entschieden, wer den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2020 erhält. Neben Istanbul sind auch Tokio und Madrid im Rennen. Der türkische Sportminister Suat Kılıç ist überzeugt, dass sich die Wahl Istanbuls positiv auf die gesamte Region auswirken werde.

„Wenn die Türkei es schafft, die Olympischen Spiele im Jahr 2020 zu ergattern, könnte es die Veranstaltung schaffen, Frieden in die Krisenregion bringen“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet den Minister. Die Wettkämpfe könnten für eine Art gesellschaftliche Transformation in den türkischen und muslimischen Ländern sorgen. Diese hätten bisher weder Sommer- noch Winterspiele austragen dürfen.

Istanbul: Konfessions übgreifendes Daumendrücken

Bisher ist noch kein ausgemachter Favorit des IOCs an die Öffentlichkeit gedrungen. Auch der türkische Sportminister hat derzeit noch kein Gefühl. Wie die Evaluation im innersten Zirkel abläuft und warum bisher kein muslimisches Land zum Zug kam, scheint unklar. Dass ein solcher Schritt jedoch weitreichende positive Effekte nach sich ziehen werde, steht für Kılıç außer Frage.

Für Istanbul spräche nach Ansicht des Ministers vor allem die Vielfalt der Stadt (mehr hier). Derzeit würden etwa sowohl die dortigen Muftis für Istanbul beten als auch der griechisch-orthodoxe Patriarch sowie der Patriarch der armenischen Gemeinde und schließlich sogar der jüdische Oberrabbiner von Istanbul.

Kosten werden unter Budget bleiben

Angesprochen auf die immensen Kosten, die im Falle eines Zuschlags auf die Stadt zukämen, wiegelt er jedoch ab und lässt die Erfahrungen von London 2012 außer Acht. Das angesetzte Budget von drei Milliarden Dollar sei definitiv zu hoch. Es orientiere sich an internationalen Preisen und nicht an Baukosten, wie sie in der Türkei herrschten.  Definitiv werde man unter 2,9 Milliarden Dollar bleiben. Zudem werde die Last ja nicht in Gänze vom türkischen Staat gestemmt. So habe sich der private Sektor bereits sehr bereitwillig in Richtung Sponsorentätigkeiten geäußert (mehr hier).

Der finalen Entscheidung in Argentinien wird auch der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan beiwohnen.

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