Wenn der Krieg heute aus wäre: Wiederaufbau Syriens kostet 73 Milliarden Dollar

Um die bisher entstandenen Schäden zu reparieren, bräuchte es in Syrien eine Millionenschaft an Bauarbeiter. Die Kosten hierfür würden sich auf über 70 Milliarden Dollar belaufen. Die Rechnung geht allerdings nur auf, wenn der Wiederaufbau sofort begänne. Doch derzeit droht weitere Zerstörung. Noch immer erwägen die USA und Frankreich einen Militärschlag.

Das Szenario scheint unwahrscheinlich. Dennoch wurde die Rechnung aufgemacht. Wäre der Krieg in Syrien nun plötzlich vorbei und der Wiederaufbau begänne sofort, dann würden sich die Kosten hierfür auf gut 73 Milliarden US-Dollar belaufen. Derzeit steht allerdings die Entscheidung der USA noch aus, tatsächlich einen Militärschlag gegen Syrien durchzuführen.

Unruhen zerstören rund 1,5 Millionen Wohnungen

Die Zeitung Al-Watan zieht für ihre These den Immobilien-Fachmann Ammar Jussuf heran. Die bisherige Bilanz der Zerstörung in Syrien fällt verheerend aus. Seit Beginn der Unruhen im März 2011 sei das Landes massiv geschädigt worden. Bombenanschläge, Kämpfe und Sabotage der Infrastruktur hätten zur teilweise oder gar vollständigen Zerstörung von gut 1,5 Millionen Wohnungen geführt.

Das dem syrischen Regime nahestehende Medium rechnet: Wenn der Wiederaufbau jetzt starten würde, hätten es die Arbeiter mit gut 10.000 Baustellen zu tun. Dafür seien 15.000 Lkws und 10.000 Betonmischer nötig, die von sechs Millionen Arbeitern bedient würden. Jussuf zufolge würde das Kosten von rund 73 Milliarden US-Dollar verursachen.

Assad warnt vor Krieg im Nahen Osten

Der seit mehr als zwei Jahren andauernde Konflikt in Syrien hat bisher über 110.000 Menschenleben gekostet. Darunter befinden sich gut 40.100 Zivilisten. Zuletzt forderte ein vermeintlicher Giftgas-Einsatz am 21. August dieses Jahres in einem Vorort von Damaskus Hunderte Opfer. Der Vorfall hat die USA und seine Verbündeten endgültig auf den Plan gerufen. Nun hat die Woche der Entscheidung begonnen. Im Raum steht ein Militärschlag der Amerikaner und Franzosen gegen Syrien (mehr hier). Unterdessen warnt Präsident Bashar al-Assad im einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro vor den möglichen Folgen eines solchen Einsatzes. Er bezeichnet die Region als Pulverfass. Es drohe ein Krieg im Nahen Osten.

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