Österreich: Wahlkampf unter türkischstämmigen Kandidaten entbrannt

Der österreichische Wahlkampf zu den Nationalratswahlen überrascht mit einer unerwarteten Lagerbildung. Türkischstämmige Vertreter der beiden Volksparteien SVP und ÖVP feinden sich wegen ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen türkischen Verbänden an.

Der österreichische Wahlkampf zwischen den Volksparteien SVP und ÖVP wird von einer neuen Front türkischer Verbände überlagert. Ein Streit zwischen dem sozialdemokratischen SVP-Kandidat Resul Ekrem Gönültas und dem Aktivisten der konservativen ÖVP, Resul Recper, entbrannte an einer Facebook-Nachricht.

Gönültas, der der nationalistischen Milli-Görus-nahen Islamischen Föderation Wien nahe steht, wurde von Recper auf Facebook kritisiert. Er habe in respektloser Weise in einer Moschee vor der Predigt des Imam Wahlwerbung gemacht. Der ÖVP-Kandidat Recper wiederum verkehrt vornehmlich mit Mitgliedern der AKP-nahen Union of European Turkish Democrats, so der Standard. Damit verlängert sich der österreichische Wahlkampf in die Auseinandersetzung zwischen konservativen türkischen Verbänden. Im politischen Betrieb der Türkei hingegen fliegen nicht nur verbal die Fetzen, wie bei der letzten Pfefferspray-Attacke zu sehen war (mehr hier).

Die Auseinandersetzung auf der Facebook Seite drehte sich zunächst um gegenseitig erhobene Vorwürfe, den Islam zu Wahlkampfzwecken zu benutzen. Später schalteten sich auch Sympathisanten des jeweiligen Lagers aus der Türkei ein. Anhängern der Milli-Görüs Bewegung wurde vorgeworfen, Premierminister Erdoğan zu beleidigen, finanzielle Unterstützung aus der Türkei aber nicht abzulehnen. Ob diese Art der Auseinandersetzung österreichische Menschen mit türkischem Migrationshintergrund für die Wahl mobilisieren kann, bleibt abzuwarten.

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