Unerwartete Wendung: Britischer Ex-Soldat wird zur verheirateten Muslima

Lucy Vallender litt lange Zeit darunter, im falschen Körper geboren zu sein. Die Ex-Soldatin versuchte vergeblich ihre Männlichkeit in der Armee zu beweisen. Nun ist sie eine bekennende Muslima, die sogar geheiratet hat.

Die britische Transsexuelle Lucy Vallender hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Schon mit 14 Jahren spürte sie, dass ihre Identität nicht zu ihrem männlichen Körper passt. Weil sie es nicht wahrhaben wollte, eigentlich eine Frau zu sein, versuchte sie in der Armee, ihre Männlichkeit unter Beweis zu stellen. Daraus wurde aber nichts. 2010 ließ sie eine geschlechtsanpassende Operation vornehmen und im vergangenen Jahr konvertierte sie zum Islam.

„Ich versuchte mich als Macho, aber das funktionierte nicht. Ich spielte jemanden, der ich nicht war“, so die 28-Jährige auf Nachfrage der Daily Mail. Während ihrer Jugendzeit sei sie feiern gegangen, habe viel Alkohol getrunken und auch Beziehungen zu Mädchen gehabt. Es sei aber nie zu körperlichen Beziehungen gekommen. Ihre äußere Männlichkeit deckte sich zu keiner Zeit mit ihrem inneren, geheim gehaltenen Selbstentwurf.

Um der großen Lüge ihrer Jugend zu entkommen, schloss sie sich einer besonders patriarchal geprägten Gemeinschaft an: der britischen Armee. Aber auch dieser letzte Versuch, der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen, war zum Scheitern verurteilt. Nach nur einem Jahr verließ sie die Armee und bekannte sich schließlich zu ihrer gefühlten Weiblichkeit. Hormonbehandlung, längere Haare, operative Veränderungen am Körper folgten schnell. Ihr Familie sei schockiert gewesen. Zu Beginn diesen Jahres erregte die ehemals männliche türkische Schauspielerin Rüzgar Erkoçlar Aufsehen mit ihrer Geschlechtsumwandlung (mehr hier).

Auf die einschneidende Veränderung des Körpers folgte ein spiritueller Sinneswandel, denn im vergangenen Jahr entdeckte Vallender den Islam für sich. „Ich dachte schon länger darüber nach, zum Islam zu konvertieren. Aber ich dachte es sei so ein großes Tabu [als Transsexuelle zu konvertieren;Anmerkung der Redaktion]“, sagt die nun als Küchenhilfe tätige Frau.

Im Iran und Pakistan ist Transsexualität legal

Am Islam überzeuge sie der friedliche Charakter der Religion. Kurz nach ihrem Übertritt heiratete sie einen Londoner Muslimen, den sie über das Internet kennen gelernt hat. Dieser wusste zunächst nichts von ihrer bewegten Geschichte. Nach der Heirat habe sie ihn erst zwei Mal gesehen. In ihrer muslimischen Gemeinde in Swindon sei man ihr nicht freundlich begegnet. Ihr Wunsch, gemeinsam mit den Frauen zu beten, wurde abgelehnt. Es folgten unangenehme Fragen bezüglich ihrer Körbchengröße. „Jeder, der sich an die Regeln des Islam hält, ist willkommen“, so ein Sprecher der muslimischen Gemeinde in Swindon.

Das ist erstaunlich, denn in einigen muslimischen Ländern ist Transsexualität kein Tabu. Im Iran ist es von Seiten der religiösen Autorität, des Ayatollah Khomeini, seit den 80er Jahren staatlich anerkannt, sich umoperieren zu lassen. Der iranische Staat trägt die Hälfte der Kosten für die Operation und verzeichnet nach Thailand die meisten solcher medizinischen Eingriffe. Auch in Pakistan genießen Transsexuelle rechtlichen Schutz.

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