Keine Erleichterung in Sicht: Türkische Lira fällt weiter

Am Donnerstag fiel die Türkische Lira gegenüber dem Dollar erneut auf ein Rekordtief. Die türkische Zentralbank gibt sich gelassen und sagt, die Schwankungen seien sogar erwünscht, von einer weiteren Zinserhöhung wird abgesehen.

Der US-Dollar stieg am Donnerstagmorgen um 1,7 Prozent, womit die Türkische Lira nun demgegenüber bei 2,0844 liegt. Schon in der vergangenen Woche lag die Lira nur noch bei 2,0733 pro Dollar. Zentralbankchef Erdem Başçı hatte zuvor weitere Zinserhöhungen ausgeschlossen und prognostiziert, dass die Lira bis Jahresende wieder an Wert gewinnen werde. Dann werde die Lira auf 1,92 pro Dollar steigen.

Beobachter glauben darin eine entscheidende Änderung der Zentralbank-Politik zu sehen. Basci wolle nun weniger auf Schwankungen reagieren und abwarten. Erkin Isik, Analyst der Turk Ekonomi Bank, glaubt dass die Lira dadurch angreifbar bleibt und voraussichtlich unter dem Wert starker Währungen bleibt.

Der niedrige Kurs der Lira setzt die türkische Volkswirtschaft unter starken Druck, besonders im Hinblick auf das Leistungsbilanzdefizit von 7,1 Prozent der Wirtschaftsleistung (mehr hier). Denn um die im Vergleich zu den Exporten weitaus höheren Importe zu bezahlen, wird Geld in ausländischen Währungen benötigt. Das wird umso schwerer, wenn die Lira schwach ist.

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