Olympia 2020 Empfehlung: Türkei verspricht verschärften Kampf gegen Doping

Das türkische Olympia-Komitee will vor dem IOC in Argentinien mit einer „Null-Toleranz“ gegenüber Dopingsündern punkten. Schon an diesem Samstag fällt in Buenoes Aires die Entscheidung über den Zuschlag für Olympia 2020. Istanbul bewirbt sich bereits zum fünften Mal. Mit dem Austragen der Spiele verbinden sich große Hoffnungen, nicht nur für die Millionenstadt.

Schon an diesem Samstag fällt in Buenos Aires die Entscheidung, wer die Olympischen Spiele 2020 austragen wird. Neben Istanbul sind nur noch Madrid und Tokio im Rennen. Ein Favorit hat sich bisher noch nicht herauskristallisiert. Die türkischen Verantwortlichen bieten nun noch einmal alles auf, um das Komitee in Argentinien zu überzeugen. Die jüngsten Negativschlagzeilen über zahlreiche Dopingskandale versucht man nun weg zu argumentieren und verspricht künftig eine „Null-Toleranz“ gegenüber Dopingsündern.

Umgesetzt werden soll das strikte Vorgehen gegen Dopingmissbrauch mit Hilfe eines neu zugelassenen Prüflabors, Uğur Erdener, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Türkei (TMOK). Erst vor wenigen Wochen wurde die Türkei von einer regelrechten Dopingwelle heimgesucht. Schlag auf Schlag kamen die Meldungen von immer neuen Fällen in der türkischen Leichtathletik. Allein im August wurden mehr als 30 Athleten überführt und vom türkischen Leichtathletik-Verbandes (TAF) gesperrt. Beobachter sprachen in diesem Zusammenhang von einem organisierten Vorgehen (mehr hier). Erdener selbst wertet dieses Ergebnis jedoch positiv. Seiner Ansicht nach sei diese hohe Zahl vielmehr der neuen harten Linie und dem bisherigen Fehlen umfassender Tests geschuldet.

Türkei will aggressiv gegen Doping vorgehen

„Unserer Ansicht nach gibt es keinen Sieg ohne Schmerzen“, zitiert die türkische Zeitung Zaman den TMOK-Präsidenten. Die Türkei habe mittlerweile ein sehr aggressives Anti-Doping-System. Das Labor würde zwar nicht in naher Zukunft, aber immerhin noch in diesem Jahr von der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) re-akkreditiert. Die türkische Testanlage verlor seine WADA-Akkreditierung bereits im Jahr 2011, da sie nicht den internationalen Standards entsprach. Seither ist das Labor nicht mehr autorisiert, Prüfungen im Auftrag der WADA durchzuführen.

In Anbetracht der anstehenden Entscheidung in Buenos Aires versucht die Türkei nun offenbar das bestehende Dopingproblem zu verharmlosen. Doch das Land ist nicht allein mit diesem Problem. Spanien verabschiedete erst im vergangenen Juni ein neues Anti-Doping-Gesetz, um seine Gesetzgebung so endlich in Einklang mit den internationalen Normen zu bringen und Befürchtungen zu zerstreuen, man ginge mit dieser Angelegenheit zu lax um.

Istanbul wirbt mit Emotionen

In einer seiner letzten Präsentationen in Buenos Aires setzte das türkische Team den Akzent auf die junge, türkische Bevölkerung. Olympia sei eine große Chance für die Region, für die Olympische Bewegung und für die Jugend der Region, so Istanbul 2020 Vorsitzender Hasan Arat. Immerhin sei die Hälfte der türkischen Bevölkerung unter 25 Jahre alt. Insgesamt wurde versucht, die Entscheidungsträger über die emotionale Komponente zu überzeugen, berichtet die türkische Hürriyet.

Dopingskandale, Gezi-Park-Proteste und die drohende Gefahr aus Syrien sollten möglichst keinen Raum einnehmen (mehr hier). Erhalte Istanbul den Zuschlag, wären das immerhin die ersten Spiele auf zwei Kontinenten, so die Argumentation. Noch dazu in einem Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens sei. Arat ist sich sicher, dass das IOC die Zukunft im Blick haben werde und nicht das, was heute geschehe. Das sei Sache der Politik.

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