Fast die Hälfte „grüne“ Energie: Türkei bringt dieses Jahr 131 Kraftwerke ans Netz

Die türkische Kraftwerkskapazität wuchs in den ersten acht Monaten dieses Jahres so stark, wie im gesamten letzten Jahr. 47 Prozent der neu angeschlossenen Kraftwerke erzeugen Strom aus erneuerbaren Energien. An den Atomkraftplänen hält die Regierung trotzdem fest.

131 neue Kraftwerke für insgesamt sechs Milliarden Dollar wurden in den ersten acht Monaten diesen Jahres installiert. Die in diesem Jahr an das Stromnetz angeschlossenen Kraftwerke haben eine Kapazität von 4100 Megawatt. Im gesamten Jahr 2012 wurden 4150 Megawatt zusätzliche Kraftwerksleistung installiert. Die Abhängigkeit von Energieimporten konnte vermindert werden. Denn der Anteil erneuerbarer und lokaler Energiequellen stieg innerhalb eines Jahres um das Sechsfache.

„Im August 2013 erreichte die gesamte türkische Kraftwerkskapazität 61,151 MW. Das ist eine Zunahme um 10,3 Prozent gegenüber August 2012.(…) Das ist gut, doch noch besser ist, dass in den letzten zwölf Monaten der Anteil erneuerbarer Energie um das Sechsfache gestiegen ist“, sagt Energieminister Taner Yildiz in einer Stellungnahme, so Hürriyet. Gut 47 Prozent der in diesem Jahr angeschlossenen Kraftwerke erzeugen Strom aus Wasserkraft, Windkraft, Müllverbrennung und geothermischen Anlagen, so das Ministerium in einer Pressemitteilung.

Der Anteil des privaten Sektors an der Energieerzeugung steigt kontinuierlich. Betrug er 2002 noch 34 Prozent, verdoppelte er sich fast in den letzten zehn Jahren auf 62 Prozent. Privatisierungen sind zwar gut für den Wettbewerb auf dem Energiemarkt. Die Regierung betreibt aber einen regelrechten Ausverkauf staatlicher Kraftwerke und Stromnetze, um das steigende Leistungsbilanzdefizit in den Griff zu bekommen (mehr hier). Allein in diesem Jahr wurden bereits staatliche Unternehmen im Wert von 13 Milliarden Dollar privatisiert. Trotz unkalkulierbarer Risiken hält die Regierung an den Atomkraftplänen fest, anders sei der Bedarf im Land nicht zu decken, so das Argument (mehr hier).

71 Prozent der Energiequellen wurden 2011 importiert, was die Türkei stark vom Weltmarktpreis für Öl und Gas und der politischen Lage im Nahen Osten abhängig macht. Hauptlieferländer sind Russland, der Iran und Algerien.

Ungewöhnlich ist der Zeitpunkt, zu dem das Ministerium seine Energiebilanz vorstellt. Denn das Jahr ist noch nicht abgeschlossen. Es ist eigentlich zu früh, um eine Bilanz zu ziehen. Doch das Ministerium möchte signalisieren, dass der türkische Energiesektor, trotz politisch motivierter Absagen von Investitionsvorhaben seitens der Vereinigten Arabischen Emirate (mehr hier), wächst und attraktiv bleibt.

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