Syrien-Militärschlag: Obama versucht Kongress verzweifelt zu überzeugen

Der Iran plant nach Aussagen der Amerikaner einen Gegenschlag, wenn die USA Syrien angreifen. Die Amerikaner versuchen offenbar, den Kongress von der Abstimmung von der Gefährlichkeit der Feinde der USA zu überzeugen. Das scheint dringend nötig: Ein Bericht der New York Times über die Terror-Verbindungen der Rebellen hat die Glaubwürdigkeit Obamas weiter erschüttert.

In den USA wachsen die Schwierigkeiten für Präsident Obama, die Bürger von der Sinnhaftigkeit eines Kriegs in Syrien zu überzeugen.

Um entgegen der öffentlichen Kriegsmüdigkeit dennoch die Genehmigung des US-Kongresses für einen Militärschlag zu erhalten, gehen die Amerikaner nun in die Offensive und beschuldigen den Iran, einen Gegenschlag als Reaktion auf den amerikanischen Angriff zu planen.

Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf amerikanische Militärkreise, dass der Iran einen Angriff auf Syrien für den Fall eines Eingreifens Amerikas in Syrien plant. Als Beweis legen die US-Geheimdienste ein abgefangenes Telefonatvor, dessen Urheber der Chef einer Spezialeinheit sein soll. Demnach habe der Chef einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden die Schiiten im Süden des Iraks aufgefordert, sich in Kampfbereitschaft zu begeben. Die Milizen sollten auf einen möglichen Angriff der Amerikaner in Syrien reagieren.

Die amerikanische Warnung vor dem Iran kommt zu einem Zeitpunkt, da es
für Präsident Obama immer schwieriger wird, echte Bewiese für den Giftgas-Einsatz zu präsentieren.

Gerade seine engsten Verbündeten lassen den Präsidenten nun im Stich, wenn es darum geht, Kriegspropaganda zu vertreiben. Neben dem Kongress macht auch die Obama-Wahlbewegung MoveOn.org Stimmung gegen den Krieg.

So veröffentlichte die New York Times einen spektakulären Bericht über die Hintergründe der Rebellen in Syrien. Demnach haben die Rebellen deutlich mehr Kontakte zu den Terrorgruppen um das Netzwerk von Al-Qaeda, als die amerikanische Regierung nun behauptet. Die New York Times beschreibt in dem Bericht die Netzwerke, Ziele und Methoden der Rebellen.

Bemerkenswert ist dabei, wie sehr die New York Times auf die Kraft der Bilder setzt: Das Titel-Foto zeigt eine Hinrichtung, die die Rebellen an syrischen Soldaten durchgeführt haben sollen. Im Internet präsentiert das Blatt das grausame Video (wenn es echt ist) sogar direkt auf der Website.

Die Botschaft der Times ist klar: Die Argumentation Obamas, bei den Rebellen handle es sich um eine harmlose Gruppe, soll deutlich zerstört werden. Beim Hearing im Ausschuss des Senats war Senator McCain Außenminister Kerry zu Hilfe geeilt und hatte erklärt, dass die Opposition nicht von Terroristen unterwandert sei. Diese Behauptung führte dazu, dass die Resolution für Obama erweitert wurde. Die Amerikaner sollen nun ermächtigt werden, nicht bloß einen Militärschlag durchzuführen, sondern auch den Rebellen Waffen zu liefern.

Genau davor fürchtet sich die amerikanische Öffentlichkei: Linke und Konservative fürchten gleichermaßen eine tiefe Verstrickung der US Truppen in einen Syrien-Krieg. Erinnerungen an den Irak und Vietnam werden wach.

Die Erwähnung einer iranischen Drohung seitens der US Administration könnte nun dazu dienen, die Anti-Kriegs-Berichterstattung der New York Times zu kontern und den Amerikanern vor Augen zu führen, wie wichtig ein Eingreifen Amerikas ist: Es soll der Eindruck erweckt werden, dass es hier um einen Stellvertreterkrieg geht. Auf der einen Seite stehen nach amerikanischer Darstellung die vom Iran geförderten islamistischen Terroristen. Ihnen gegenüber stehen die Amerikaner als Bewahrer der westlichen Werte.

Genau diese Argumentation kaufen jedoch die Amerikaner ihrem Präsidenten nicht mehr ab. Der Bericht der New York Times erzählt unter anderem die Geschichte des Anführers der Terroristen von der Exekution. Der Mann soll der Zeitung gesagt haben, er habe seine Terror-Miliz aus Rache zusammengestellt. Sein Vater sei im Jahre 1982 von Soldaten des damaligen Diktators Hafez al Assad getötet worden. Nun Sinne er auf Rache und wurde deshalb gegen Assads Sohn Baschar kämpfen, der heute in Syrien herrscht.

1982 galt die Assad-Dynastie noch als ein verlässlicher Partner der Amerikaner. Der Westen setzte damals darauf, dass entweder von ihm eingesetzte oder aber mindestens von ihm tolerierte Diktatoren im Nahen Osten die sicherste Variante zur Wahrung der amerikanischen Interesse seien.

Daher glauben die Amerikaner der Beschwörung des Iran als potentiellen Gegner nicht. Die US-Außenpolitik hat in den vergangenen Jahrzehnten einen derart opportunistischen Zick-Zack-Kurs verfolgt, dass es der Regierung nicht mehr gelingt, die Bürger zu überzeugen.

Hinzu kommt, dass die Amerikaner sich im Moment im Rahmen ihres allgemeinen Phlegmas, das sie zu Datenschutz-Themen in der Regel an den Tag legen, doch sehr über die Geheimdienste und ihre Schnüffelei in privaten Emails und Telefon-Gesprächen ärgern.

Ausgerechnet diese Geheimdienste sind nun, erneut im Nebel unbeweisbarer Behauptungen manövrierend, die einzigen Zeugen der Anklage für einen Krieg gegen Syrien.

Das kaufen die Amerikaner der Obama-Administration nicht ab.

Die bisher einzige offizielle Stellungnahme des Iran deckt sich im Wesentlichen mit den Urteilen der amerikanischen Militärs: Ein amerikanischer Militärschlag gegen Syrien werde zu Opfern auf amerikanischer Seite führen.

Das ist eine Binsenweisheit.

Keine Drohung.

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