Erdbeben-Gefahr: Immobilien-Käufe werden immer riskanter

Das türkische Regierungskabinett hat in den vergangenen zwei Wochen zahlreiche bewohnte Flächen zu erdbebengefährdeten Gebieten erklärt. Die Prüfung eines entsprechenden Vermerks im Grundbuch, kann vor unangenehmen Überraschungen beim Immobilienkauf bewahren.

In den vergangenen zwei Wochen hat das türkische Kabinett Wohngebiete in sieben Provinzen auf die Liste erdbebengefährdeter Immobilien gesetzt. Von der Neueinstufung sind rund 352.000 Menschen betroffen. Für Immobilienkäufer wird die Risikowarnung im Grundbuch vermerkt.

Über 63 Millionen Quadratmeter Wohnflächen sind bereits zu erdbebengefährdeten Immobilien deklariert worden. Knapp 930.000 Menschen wohnen in diesen Gebieten. Darunter befinden sich Stadtteile Istanbuls, wie zum Beispiel Inönu und Çı­nar, aber auch Stadtteile der Provinzen Adana, Bursa und Izmir wurden aufgenommen. Experten warnen davor, Neubauten in solchen Gebieten pauschal für sicher zu halten, so das Webportal Patronlar Dünyasi. Denn es sei ebenso möglich, dass Neubauten in Risikogebieten abgerissen werden, um eine konsequente Vorsorge für künftige Erdbeben sicherzustellen. Das Problem dabei: Es ist weiterhin erlaubt, Immobilien in als gefährdet deklarierten Stadtteilen zu kaufen und zu verkaufen.

Die Grenze zwischen den afrikanischen und europäischen Kontinentalplatten verläuft durch die Türkei. Wenn die Platten sich verschieben und aneinander reiben entstehen massive Kräfte, die sich in einem Erdbeben entladen können. Deutsche und türkische Forscher haben berechnet, dass Istanbul mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit in den nächsten 30 Jahren von einem großen Erdbeben heimgesucht wird, so der Klett-Verlag.

Die Kommunen erteilen Baugenehmigungen für Neubauten in Risikogebieten nur unter bestimmten Auflagen. Es seien jedoch auch betrügerische Bauunternehmer am Markt aktiv, so das Wirtschaftsportal. Diese würden vorgeben, auf eine Baugenehmigung des Ministeriums für Umwelt und Städte zu warten, um den Baupreis künstlich zu erhöhen.

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