Von Anatolien nach Deutschland in fünf Tagen: Türkei weiht Zugverbindung nach Europa ein

Eine 32 Kilometer lange Anschlussverbindung in Thrakien soll den anatolischen Unternehmern den Weg ihrer Produkte nach Europa erleichtern. Bisher mussten sie entweder auf den zeitaufwendigen Seeweg oder teure LKWs zurückgreifen. Deutschland soll in fünf Tagen erreichbar sein.

Eine neue Zugverbindung von der Hafenstadt Tekirdağ zur Bahnstrecke nach Europa wurde am vergangenen Sonntag eingeweiht. Die Linie soll den Handelsweg zwischen dem wirtschaftlich aufstrebenden Anatolien und Europa verkürzen. In nur fünf Tagen soll es möglich sein, Container von Manisa im Westen Anatoliens bis nach Köln fast ununterbrochen auf Güterzügen zu transportieren. Die Zugverbindung ist günstiger und vom Verkehrsaufkommen unabhängiger als der herkömmliche Transport mit LKWs.

Anatolische Unternehmen transportieren ihre Produkte nach Manisa bei Izmir, um sie von dort aus mit Güterzügen in ein Logistikzentrum in der Hafenstadt Bandirma am Marmarameer zu fahren. Dann werden sie mit Containerschiffen nach Tekirdağ gefahren und wieder auf Züge umgeladen. Der neu gebaute Streckenabschnitt von 32 Kilomtern Länge verbindet die Hafenstadt Tekirdağ in Thrakien mit der kleinen Stadt Muratli, von wo aus die Eisenbahnstrecken schließlich nach Europa führen.

Das türkische Bahnnetz besteht zum Großteil noch aus von den Osmanen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reich ausgebauten Strecken. Nur 2000 des knapp 11.000 Kilometer umfassenden Netzes sind elektrifiziert, so das Eisenbahnmagazin FernExpress. Für die „anantolischen Tiger“, exportorientierte Unternehmen Anatoliens, die hauptsächlich nach Europa liefern, stellt der Anschluss an das Bahnnetz in Richtung EU eine günstigere logistische Alternative dar.

Der Minister für Information, Seefahrt und Verkehr, Binali Yıldırım, hatte vor acht Jahren die Zusage für den Bau gegeben. Dies geschah auf einen Vorschlag des Präsidenten der Industrie und Handelskammer von Manisa hin. „Der Minister sagte zu uns, dass der Bau Sache des Staates sei, um die Organisation unter den Unternehmern sollten wir uns kümmern“, so der besagte Präsident Bülent Koşmaz, wie Yeni Asir berichtet. Unternehmer sollen den Weg ihrer Produkte auf dem Smartphone verfolgen können, da die Güterzüge an das Satellitennetz angeschlossen werden.

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