Nach Tod eines Demonstranten: Neue Proteste in Istanbul

In Istanbul sind die Anti-Regierungs-Proteste erneut aufgeflammt. Auslöser war der Tod eines Demonstranten in der südöstlichen Provinz Hatay. 41 Personen sollen festgenommen worden sein.

Auf dem Taksim-Platz in Istanbul versammelten sich am Dienstag erneut zahlreiche Demonstranten. Um die Ansammlung zu vertreiben, setzten die Sicherheitskräfte Wasserwerfer und Tränengas ein. Weitere Gruppen wurden offenbar gehindert, überhaupt auf den Taksim-Platz zu gelangen.

Grund für die Demo war der Tod von Ahmet Atakan. Der 22-Jährige hatte an einem Protest in der südöstlichen Provinz Hatay teilgenommen. Während die Behörden sagen, er sei vom Dach gefallen, behaupten andere Demonstranten, er sei von einer Tränengas-Kartusche getroffen worden (mehr hier).

Die Ankündigung der Gruppe „Taksim Solidarität“ in sozialen Netzwerken hatte die Polizei in Istanbul in Alarmbereitschaft versetzt. „Wir werden uns in Taksim mit Nelken versammeln, um Ahmet Atakan zu gedenken und Polizeigewalt zu verurteilen“, hieß es von den Aktivisten. Insgesamt seien 41 Personen am Dienstag in Istanbul festgenommen worden, berichtet die Hürriyet.

Aufgrund des übermäßigen Einsatzes von Tränengas musste zeitgleich ein Fußballspiel im Recep Tayyip Erdoğan Stadion im Stadteil Kasımpaşa abgebrochen werden. Auch in anderen Städten und Bezirken kam es zu kleineren Protesten.

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