RedHack: Ihr nächstes Ziel heißt SEÇSİS

Die türkische Hacker-Organisation RedHack hat ihr nächstes ZIel bekannt gegeben. Nach einer ganzen Reihe öffentlicher Web-Präsenzen soll nun das zentrale Wahl-Registrierungssystem (SEÇSİS) im Visier der Computerfachleute sein. Die Software kommt bei großen Wahlen in der Türkei zum Einsatz.

Das türkische Hacker-Kollektiv RedHack will in der Türkei künftig offenbar faire Wahlen garantieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die hierfür „notwendigen Schritte“ angekündigt. Im Visier haben die Computerspezialisten die Wahl-Software SEÇSİS.

„In Anbetracht der bevorstehenden Wahlen haben wir beschlossen, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um zumindest eine faire Wahl zu haben“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet RedHack. SEÇSİS zu manipulieren, um eine Änderung von Wahlergebnissen herbeizuführen widerstrebt der Organisation jedoch. So etwas würde ihrer Ansicht nach nur in die Hände der türkischen Regierung spielen. Diesmal gehe es vielmehr darum, involvierte IT-Experten genauso zu unterstützen wie digitale Informations-Plattformen und die elektronischen Infrastrukturen des gesamten Wahlprozesses. Über ihre konkreten Pläne hält sich die Organisation jedoch bedeckt.

Im Kern sollen bei RedHack derzeit zwölf Mitglieder agieren. Diese sollen auch entscheiden, welche Ziele die Organisation ins Visier nimmt. Verstärktes öffentliches Interesse erfuhr RedHack im Zuge der Gezi-Park-Proteste. Damals hatte die Gruppierung die Verantwortung für alle Tweets, die über die Taksim Gezi Park Proteste geschrieben wurden, übernommen. Hintergrund war die Ankündigung der Regierung, dass gerade dieses Thema nun verstärkt untersucht würde (mehr hier). Zuvor machte sich RedHack vor allem einen Namen durch zahlreiche Angriffe auf Seiten der türkischen Behörden. Unter anderem gab es Cyber-Angriffe auf die Webseiten des Finanz-und des Innenministeriums. Aufgedeckt wurde auch ein Korruptionsskandal innerhalb der hiesigen Hochschulbehörde (mehr hier).

Wenn Redhack also den Wahlprozess aus der Sicht von IT-Experten beobachtet, könnte dies für eine zusätzliche Kontrolle möglicher Wahlmanipulationen sorgen. So war die letzte Parlamentswahl 2011 von besorgniserregenden Verhältnissen an Wahlurnen im kurdischen Südosten der Türkei geprägt. Ob beim elektonischen Auszählen auch getrickst wird, könnte eine Aufgabe der selbsternannten Demokratiewächter sein.

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