Istanbul kommt nicht zur Ruhe: Proteste setzen sich weiter fort

Bereits die dritte Nacht in Folge war Istanbul Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Erneut setzten die Beamten Tränengas und Wasserwerfer gegen die Menschen ein.

Am Donnerstagabend kam es erneut zu Demonstrationen im Istanbuler Stadtteil Kadıköy. Bereits am Vortag schritt die türkische Polizei hier massiv ein. Auch in Sarıgazi und Gazi kam es in der Nacht zu Unruhen.

In Kadiköy versammelten sich Demonstranten gegen 21.00 Uhr an der Kreuzung Bahariye Avenue und der Hauptverkehrsstraße des Viertels, die hinunter zu den Docks führt. Gemeinsam gedachten sie abermals dem am 10. September verstorbenen Ahmet Atakan und den fünf während der Gezi-Park-Proteste umgekommenen Demonstranten (mehr hier). Die türkischen Medien zeigen sich überraschend zurückhaltend. Über die anhaltenden Zusammenstöße wird nur wenig berichtet.

Der 22-jährige Atakan hatte an einem Protest in der südöstlichen Provinz Hatay teilgenommen. Widersprüchliche Angaben über seine Todesursache haben nun die Spannungen erneut hochkochen lassen: Während die Behörden sagen, er sei vom Dach gefallen, behaupten andere Demonstranten, er sei von einer Tränengas-Kartusche getroffen worden (mehr hier).

Am Donnerstagabend setzte die Polizei nun erneut Tränengas und Wasserkanonen gegen die Demonstranten ein. Einige Personen sollen festgenommen worden sein, berichtet die Hürriyet. In den Sozialen Medien kursieren Gerüchte über zahlreiche Verletzte. In Gazi bauten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen und setzten diese in Brand. Bisher unbekannte Personen sollen in den Gassen und Seitenstraßen auch Warnschüsse in die Luft abgefeuert haben.

Auch in der Hauptstadt musste die Polizei einschreiten. Hier versammelten sich die Demonstranten in Tuzluçayır.

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