Mazlum-Der: Syrische Flüchtlinge leben in der Türkei unter „miserablen“ Bedingungen

Mit über einer halben Million syrischer Flüchtlinge hat die Türkei nicht gerechnet. Die Lage der vor allem außerhalb der Camps lebenden Syrier ist offenbar „miserabel“. Eine Lösung des Konflikts im Heimatland ist bisher nicht in Sicht.

Die Situation der syrischen Flüchtlinge in der Türkei ist „miserabel“. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Menschenrechtsorganisation Mazlum-Der hervor. Mit mehr als einer halben Million Flüchtlingen und dem nun schon mehr als zwei Jahre andauernden Konflikt in Syrien haben die angrenzenden Ländern nicht rechnen können.

Die türkische Organisation Mazlum-Der hat sich über drei Monate mit der Lage der syrischen Flüchtlinge am Beispiel Istanbuls auseinandergesetzt (hier geht es zum kompletten Bericht).

200.000 der Flüchtlinge leben in den Flüchtlingscamps, die restlichen 300.000 dagegen außerhalb, meist in den südlichen oder westlichen Regionen der Türkei wie Izmir oder Istanbul. Einige der Istanbuler Flüchtlinge hielten sich erst in den Camps auf und reisten erst später an den Bosporus, andere kamen direkt in Istanbul an. „Die einheitliche Meinung aller Flüchtlinge ist, dass das Leben in Lagern wie im Gefängnis sei“, heißt es in dem Bericht der Organisation. Viele Lager sind mittlerweile ohnehin überfüllt (mehr hier).

Die andauernde schlechte Lage im Heimatland lässt die Syrer in der Türkei im Umgewissen. Viele von ihnen haben fünf bis sechs Kinder, deren alltäglich Leben sich auf der Straße abspiele. Sprachbarrieren führen dazu, das Jobchancen so gut wie nicht vorhanden sind. Die Regierung muss nun über langfristige Modelle nachdenken.

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