Migranten in Deutschland leiden unter hoher Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist vor allem für Migranten ein großes Problem. Insbesondere Menschen aus dem Libanon, dem Irak, Afghanistan und dem Iran sind stark betroffen von der negativen Entwicklung. Doch auch Russen, Vietnamesen und Ukrainer haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt. Türken schneiden hingegen besser ab.

Von der aktuellen Arbeitslosigkeit in Deutschland sind vor allem Nicht-EU Ausländer betroffen. Insbesondere Staatsbürger aus arabischen Ländern haben es schwer, einen Job zu finden.

Etwa 55 Prozent aller Libanesen in Deutschland sind arbeitslos. Iraker sind zu 46 Prozent arbeitslos. Danach folgen Afghanen mit 37,5 Prozent und Iraner mit 37 Prozent. Die Staatsbürger dieser Länder seien besonders stark betroffen, weil sich unter ihnen viele Flüchtlinge befinden, zitiert die DW den Analysten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Holger Schäfer.

Doch auch Ukrainer und Russen haben es schwer einer geregelten Arbeit nachzugehen. Ukrainische Staatsbürger sind zu 30,2 Prozent arbeitslos. Bei den Russen liegt die Arbeitslosenquote bei 24,4 Prozent und bei den Kasachen bei 23 Prozent. Darauf folgen die Vietnamesen mit 21,9 Prozent.

Türkische Staatsbürger schneiden verhältnismäßig besser ab. 140.000 der 460.000 sind aktuell ohne Arbeit. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 21,5 Prozent.

EU-Ausländer haben mit kleineren Hürden beim Eintritt in den Arbeitsmarkt zu kämpfen. Doch auch bei ihnen grassiert die Arbeitslosigkeit. So sind Griechen zu 13,3 Prozent arbeitslos und Italiener zu 12,7 Prozent.

Im Juni lag die Arbeitslosigkeit bei Personen mit ausländischen Staatsbürgerschaften bei insgesamt 14 Prozent, bei den Deutschen bei nur sieben Prozent. Die Arbeitsagenturen seien aufgefordert, mehr für die Arbeitsmarkt-Integration von Ausländern zu tun, so Schäfer.

Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt

Auch Deutsche mit Migrationshintergrund haben es grundsätzlich schwer. Die Diskriminierung jener Menschen in Deutschland soll weit verbreitet sein. Sie umfasse Schulen, Hochschulen, Kindergärten und sogar den alltäglichen Arbeitsplatz, berichtet die der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

„Der Name von Bewerbenden und die damit verbundene ethnische oder `soziale Herkunft´, das Geschlecht, die Religionszugehörigkeit, das Alter sowie Behinderungen und chronische Krankheiten können zu Diskriminierungen beim Zugang zu einem Arbeitsplatz führen.“

Rund 193,000 in Deutschland lebende Türken haben in der Zeit zwischen 2007 und 2011 das Land wieder Richtung Heimat verlassen. Wie die türkisch-deutsche Stiftung für Bildung und wissenschaftliche Forschung (TAVAK) herausgefunden hat, kehrten verstärkt junge Migranten türkischer Herkunft in die Türkei zurück, weil sie in der Bundesrepublik mit hoher Arbeitslosigkeit und Diskriminierung konfrontiert wurden (mehr hier).

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