Syrien nach Hubschrauber-Abschuss: „Erdogan will Eskalation der Krise“

Das syrische Militär beurteilt den Abschuss ihres Hubschraubers durch die türkische Luftabwehr als "voreilig". Premierminister Erdogan würde damit seine wahren Absichten offen legen. Der türkische Außenminister Davutoglu ist überzeugt, dass der Abschuss im Einklang mit den geltenden Regeln ist.

Nachdem das türkische Militär am Montag einen Kampfhubschrauber der syrischen Armee abgeschossen hat, spricht die syrische Armee von einer „voreiligen“ Reaktion. Die Absicht der Türkei sei eine gezielte Provokation gewesen. So solle eine Eskalation der Situation herbeigeführt werden.

Der Kampfhubschrauber des Typs M-17 habe trotz mehrfacher Warnungen nicht den türkischen Luftraum in der Grenzregion Hatay verlassen, so die Version des oberstem Generalstabs der türkischen Armee. Auf einem Treffen mit den Außenministern Frankreichs, Großbritanniens und der USA sichert der türkische Außenminister Davutoglu zu, die genauen Umstände des Abschusses der Nato und der UN mitzuteilen.

In einer Stellungnahme der syrischen Armee wird bestritten, dass der Helikopter aufgrund militärischer Auseinandersetzungen zwei Kilometer tief in den türkischen Luftraum eingedrungen ist. Technische Fehler hätten den Helikopter fehlgeleitet, zitiert Radikal den Generalstab der syrischen Armee. Auf die Warnung der türkischen Luftraumaufsicht (BIKIM) in Diyarbakir hin habe der Hubschrauber seinen Weg gen Syrien fortgesetzt. „Die voreilige Reaktion der türkischen Seite, vor allem, weil der Helikopter bereits auf dem Rückweg war und keine Kampfmission hatte, zeigt die wahre Absicht von Erdogans Regierung“, so die syrische Armee in einem Statement. Die Türkei wolle gezielt eine „Eskalation der Situation an der türkischen Grenze“ herbeiführen.

Die beiden Piloten sind mit ihren Fallschirmen dem brennenden Hubschrauber entkommen, wie auch einer Videoaufnahme zu entnehmen ist. Angeblich seien sie anschließend von bewaffneten Rebellen der Opposition getötet worden, heißt es in den Berichten. Eine offizielle Erklärung zum Schicksal der Piloten gibt es jedoch nicht.

Die Außenminister kamen beim sogenannten P 3+1-Treffen zusammen, um die weiteren Schritte bezüglich des Syrien-Konflikts zu besprechen. Die Einigung zwischen den USA und Russland bezüglich der syrischen Chemiewaffen wird von Davutoglu begrüßt.

Trotzdem sieht die türkische Regierung den Deal als nicht ausreichend an. „Die türkische Regierung hat immer noch ernsthafte Bedenken angesichts der Massaker des syrischen Regimes, die auch ohne Rückgriff auf chemische Waffen durchgeführt werden“, so Davutoglu auf dem Treffen, wie die Zaman zitiert. Die türkische Regierung ist ein entschlossener Befürworter einer umfassenden Intervention in Syrien (mehr hier). Sie ist hauptsächlich von der Befürchtung getrieben, der syrische Krieg könnte die gesamte Region destabiliseren.

Der türkische Außenminister teilte den westlichen Kollegen mit, was die Syrische Nationale Koalition von der bevorstehenden Syrien-Konferenz in Genf erwarte, so eine Pressemitteilung des Ministeriums. Dafür habe er sich mit den Exil-Syrern in Ankara getroffen. Die Syrische Nationale Koalition, die selbsternannte politische Vertretung der syrischen Opposition, organisiert ihren Widerstand von Istanbul aus.

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