Steinmeier sieht deutsch-türkische Unternehmer als „tragende Säulen“ Deutschlands

In Deutschland gibt es etwa 90.000 türkischstämmige Unternehmer. Ihre Zahl wächst an und auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung sind sie aktiv. Den ehemaligen Kanzlerkandidaten Frank Walter Steinmeier freut das. Denn die deutsch-türkischen Unternehmer sind längst ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens.

Die etwa 90.000 deutsch-türkischen Unternehmer haben sich zu den „tragenden Säulen“ der deutschen Wirtschaft entwickelt, sagte der Oppositionsführer im Deutschen Bundestag, Frank Walter Steinmeier, auf dem „Tag der türkischen Wirtschaft“.

Der fand am Dienstag in Düsseldorf statt und wurde vom Verband Türkischer Unternehmer und Industrieller in Europa (ATIAD) organisiert. So erwirtschaften deutsch-türkische Firmen 50 Milliarden Euro pro Jahr und sind auch verstärkt in der Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen tätig.

Das sei sehr wichtig. Denn im kommenden Jahrzehnt werde nicht in etwa Arbeitslosigkeit das größte Problem für Deutschland darstellen, sondern der Mangel an Fachkräften. Dieser Umstand werde sich hemmend auf das Wirtschaftswachstum auswirken.

ATIAD-Vorsitzender Recep Keskin sagte in seiner Rede, dass die Anzahl von türkischstämmigen Unternehmern bis 2020 auf etwa 120.000 anwachsen werde. Er rief alle wahlberechtigten Deutsch-Türken dazu auf, ihre Stimmen bei den anstehenden Bundestagswahlen abzugeben.

Auf die enge wirtschaftliche Verflechtung des Landes Nordrhein-Wesfalen und der Türkei wies der NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hin. „Das Handelsvolumen zwischen unserem Bundesland und der Türkei betrug im vergangenen Jahr etwa 7,6 Milliarden Euro. Seit 2008 hat NRW als einziges Bundesland eine Repräsentanz in Istanbul“, so Duin.

Doch er machte auch auf beidseitige Schwierigkeiten bei Investitionen aufmerksam. So sind Unternehmer aus der Türkei, die in Deutschland investiert haben oder investieren möchten, den üblichen Visa-Restriktionen unterworfen. Auf der anderen Seite haben deutsche Unternehmen Probleme mit der türkischen Bürokratie. Die lege ihre verwaltungstechnischen Vorgaben sehr eng aus und sei strikt im Umgang mit Investoren.

Die Türkei und NRW seien wichtige Handelspartner. Ziel sei der Ausbau der Beziehungen. Der Bereich der Unternehmensnachfolge bilde einen weiteren Bereich der Kooperation. Türkischen Unternehmen böten bei der Übernahme und Fortführung von deutschen Unternehmen große Möglichkeiten.

Hans Peter Beyer vom NRW-Wirtschaftsministerium sagte, dass Migranten ein großes Potential als Unternehmensnachfolger aufweisen. Dabei lasse sich die Nachfolge durch eine Reihe von Krediten von der KfW-Bank oder der NRW-Bank teilfinanzieren.

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