Gewaltsame Ausschreitungen bei Galatasaray-Beşiktaş Derby

Beim Istanbuler Derby-Spiel zwischen Galatasaray und Beşiktaş ist es zu schweren Ausschreitungen zwischen Fans und Sicherheitskräften gekommen. Insgesamt 66 Personen wurden festgenommen. Das Innenministerium schließt einen politischen Hintergrund nicht aus.

In der Nachspielzeit eines türkischen Derbys kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen auf dem Spielfeld. In der Nachspielzeit stürmten Fans des Vereins Beşiktaş das Spielfeld. Die Polizei musste Eingreifen, wobei es zu gewaltsamen Zusammenstößen kam.

Zunächst sah es nach 90 Minuten für den Istanbuler Spitzenklub Galatasaray mit einem 2:1 Vorteil gut aus. Schon nach dem zweiten Tor in der 72. Minute kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen unter Beşiktaş-Fans. In der 93. Minute löste ein schweres Foul des Galatasaray-Spielers Melo endgültig Ausschreitungen aus. Er erhielt zwar die Rote Karte, doch die Beşiktaş-Fans stürmten trotzdem das Feld.

Die Galatasaray-Spieler flüchteten in die Kabine. Nach einer Stunde musste das Spiel schließlich abgebrochen werden.

Das türkische Ministerium schreibt in einer Mitteilung, dass die Entscheidungen über mögliche Konsequenzen für die Teams im Zuständigkeits-Bereich des Türkischen Fußballverbands (TFF) liegen.

„Die aktuelle Situation war unvorhersehbar. Die Kameraaufnahmen werden ausgewertet. Rechtliche Konsequenzen für die Krawallmacher werden folgen. Es befinden sich 66 Personen in U-Haft. Doch die Ausschreitungen haben noch weitere Hintergründe. Wir werden untersuchen, ob es sich um einen organisierten Vorfall handelt.“

Die Trainer der beiden Teams, Fatih Terim und Slaven Bilić, gaben keinerlei Presseerklärungen ab.

Angeblich sollen die Ausschreitungen einen politischen Hintergrund haben. Die Beşiktaş-Fans gelten in der Türkei als Regierungsgegner. Der Fan-Club des Vereins nennt sich „Çarşı Grubu“ und spielte eine Vorreiterrolle bei den Gezi-Park Protesten.

Während des Derby-Spiels riefen sie: „Taksim ist überall! Überall ist Widerstand!“
Der AKP-Abgeordnete Şamil Tayyar fordert ein hartes Durchgreifen gegen die „Plünderer“ und ihre Unterstützer, berichtet die Hürriyet. Das türkische Parlament müsse hierzu ein neues Gesetz verabschieden.

Hakan Şükür, ehemaliger türkischer Nationalspieler und AKP-Abgeordneter, nimmt die Beşiktaş-Fans dagegen in Schutz. „Der Vorfall hat nichts mit den Fans von Beşiktaş zu tun. 90 Prozent der Fans waren selbst überrascht über die Ausschreitungen“, so Şükür.

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