Erdoğan ruft UN zur Syrien-Intervention auf

Der türkische Premierminister Erdoğan fordert von der UN eine Intervention in Syrien. Die humanitäre Lage sei katastrophal. Der Einsatz von Giftgas sei ebenfalls erwiesen. Die UN und insbesondere die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats seien nur auf ihre eigenen Interessen bedacht.

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdoğan beharrt auf seiner Syrien-Politik und fordert eine Intervention. Die UN hält er in dieser Frage für unfähig. Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats seien auf ihre eigenen nationalen Interessen bedacht. Ein Mitspracherecht der anderen 196 Nationen sei nicht in ihrem Interesse.

„In Syrien sind mittlerweile 110.000 Menschen gestorben. 1.700 von ihnen wurden durch einen Giftgas-Einsatz getötet. Doch die UN hadert immer noch“, zitiert Haberturk Erdoğan. Die Jugendorganisation der AKP habe eine Kampagne unter dem Motto „Die Welt ist größer, als die fünf Großen“ ins Leben gerufen. Seine gesamte Partei vertrete diese Linie.

Doch auch 72 Prozent der türkischen Bevölkerung lehnt einen möglichen Militärschlag gegen das benachbarte Syrien ab. Das ergab eine Umfrage der Organisation Transatlantic Trends (mehr hier).

Auch an der Haltung des „Westens“ in der Ägypten-Frage zeigte sich Erdoğan unzufrieden.

„Nach 70 Jahren wurde in Ägypten gegen einen Staatspräsidenten geputscht. Einige westliche Staaten waren zufrieden über diesen Vorgang. Es sterben Tausende von Menschen. Wo sind all die Menschenrechtler? Sie scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben.“

Premier Erdoğan und Außenminister Ahmet Davutoğlu hatten sich im Zuge des Mursi-Sturzes deutlich positioniert. Sie solidarisierten sich mit den Muslimbrüdern.

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