Irak: Türkei profitiert von Infrastruktur-Projekten

In den kommenden Jahren wird die irakische Regierung fast 20 Milliarden Dollar in ihre marode Infrastruktur investieren. Türkische Bauunternehmer sind auf dem irakischen Markt sehr aktiv. Sie leiden aber unter Restriktionen, die politisch begründet sind.

Der Irak wird wieder aufgebaut. Nach der Intervention durch die USA und ihre Verbündeten besteht ein großer Bedarf nach Wohnraum und dem Ausbau der maroden Infrastruktur. Im kommenden Jahr sollen 4.500 Kilometer Straßen und 500 Brücken im staatlichen Auftrag gebaut werden. Türkische Bauunternehmen sind seit je her die aktivste Gruppe auf dem irakischen Markt. Auf der „Middle East Iraq Infrastructure Conference“ in Dubai betont der Vorstandschef eines führenden türkischen Bauunternehmens (EID) die optimistische Stimmung im türkischen Bausektor.

2012 konnte die türkische Baubranche Aufträge im Wert von 4,5 Milliarden Dollar im Irak umsetzen, so Worldbulletin. Meist sind türkische Unternehmen in der autonomen Provinz Kurdistan im Nordirak tätig, wo sie 74 Prozent des Bausektors beherrschen. Das große Interesse der türkischen Wirtschaft und Politik am erdölreichen kurdischen Nordirak sorgt für Verstimmung bei der Bagdader Zentralregierung.

„Die Unstimmigkeiten zwischen den Regierungen [Türkei und Irak; Anmerkung der Redaktion] bewirken, dass türkischen Unternehmern im Irak Steine in den Weg gelegt werden. Es darf nicht vergessen werden, dass dies ausschließlich politische Gründe hat“, sagt der Vorstandsvorsitzende des türkischen Baulöwen EID, Bora Can Yildiz, wie das Wirtschaftsportal Patronlardünyasi berichtet (mehr hier).

Die kulturellen und historischen Verbindungen zwischen Türken und Irakern seien nicht zu leugnen, so Yildiz weiter. Wenn der irakische Wettbewerb fair gestaltet werden würde, könnten auch türkische Bauunternehmen von einem mittelfristigen Auftragsvolumen von einer Billion Dollar profitieren. Allein bis 2016 will die irakische Regierung 36 Milliarden Dollar in 2,5 Millionen neue Wohneinheiten investieren.

Ankündigungen irakischer Ministerien veranschlagen 19,4 Milliarden Dollar Investitionen in Wohnungsbau, Brücken und Straßen in den kommenden zwei Jahren. Insbesondere die Panzer der USA und anderer Streitkräfte haben das irakische Straßennetz in Mitleidenschaft gezogen. Derweil erholt sich der Irak wirtschaftlich, trotz der von bürgerkriegsähnlichen Zuständen gezeichneten innenpolitischen Lage. Zwischen 2010 und 2013 verdoppelte sich das Bruttoinlandsprodukt auf 165 Milliarden Dollar. Dies liegt nicht zuletzt an den steigenden Einnahmen aus dem Erdölgeschäft (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Mietpreise: Die teuersten Immobilien der Welt befinden sich in Istanbul
Türkische Bauunternehmen betrügen arabische Investoren
Kreditausfall: 50.000 Immobilienkredite können nicht bezahlt

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.