Präsident Gül lobt Gezi-Park Proteste vor Merrill-Lynch-Bänkern

Der türkische Präsident Abdullah Gül hat vor Vertretern der Investmentbank Merrill Lynch die Gezi-Park Proteste in ihren Anfängen gelobt. Doch bei Gewalttätern, die Proteste missbrauchen, müsse die Polizei durchgreifen. In New York sei das nicht anders.

Der türkische Präsident Abdullah Gül hat bei einer Veranstaltung der Investmentbank Merrill Lynch in New York die Anfänge der Gezi-Park Proteste gelobt. Er sei in einer „gewissen Hinsicht“ stolz darauf. Hinter den Protesten war dieselbe Motivation zu beobachten, wie in Washington, New York oder London. Dabei sei es vor allem um Umweltfragen gegangen.

Doch Gül sagte auch, dass die Proteste nichts mit einer Kritik an autoritären Tendenzen oder der Arbeitslosigkeit zu tun hätten, berichtet die Zeitung Radikal.

„(…) Radikale Gruppen haben die Proteste missbraucht, um illegale Kundgebungen durchzuführen. Was würde wohl die New Yorker Polizei tun, wenn sich hier Menschen versammeln und Plastikreifen in brannt stecken würden? Sie würde genauso reagieren, wie die Istanbuler Polizei.“

Im Zuge der Gezi-Park Proteste hatte Premier Erdoğan Bänker und Spekulanten für die Eskalation der Proteste gemacht (mehr hier). Die sei an hohen Zinssätzen im Land interessiert, um ihre Profite zu erhöhen. Tatsächlich machten einige Istanbuler Bänker kein Geheimnis aus ihrer Unterstützung für die Proteste. Unter ihnen war auf der Chef der Garanti Bank, Ergun Özen.

Die hat seit zwei Jahren eine strategische Partnerschaft mit der Tochtergesellschaft der Bank of America, Merrill Lynch. Offenbar wollte sich Abdullah Gül in seiner Rede vor den Merrill Lynch-Mitarbeitern von den Aussagen Erdoğans distanzieren. Jedenfalls hat er von Anschuldigungen gegen die „Zinslobby“ abgelassen.

Mehr zum Thema:

Gezi-Proteste: Zusammenstöße zwischen Polizei und tausenden Demonstranten
Gezi-Park Hexenjagd: Untersuchung von Finanztransaktionen schaden der türkischen Wirtschaft
Unruhen in der Türkei: Auf der Suche nach einem Demokratieförderer

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.