Atomprogramm: Iran will schnelle Verhandlungen innerhalb der UN

Der Iran geht auf den Westen zu. Präsident Rohani möchte nicht , dass die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm länger als sechs Monate dauern. Damit begegnet er dem Verdacht, sein rhetorisches Entgegenkommen sei nur ein Spiel auf Zeit.

Der Iran schlägt unter dem neuen Präsidenten Hassan Rohani versöhnliche Töne an. In einem Interview mit der Washington Post macht er den Vorschlag, über das iranische Atomprogramm zu verhandeln. Dafür habe er die Rückendeckung des geistlichen Elite unter Führung des Revolutionsführers Ayatollah Chomenei. Die Verhandlungen sollten „Monate und nicht Jahre“ dauern, womit er auf den Vorwurf Israels reagiert, der Versöhnungskurs sei nur ein Spiel auf Zeit.

„Wenn der Westen oder die Internationale Atomenergiebehörde über unsere Aktivitäten [bezüglich des Atomprogramms;Anmerkung der Redaktion] aufklären wollen, dann würden wir Transparenz zeigen. Aber warum geht es nur um den Iran in Sachen Transparenz? (…) Ist die Empfindlichkeit, mit der das iranische Atomprogramm behandelt wird, eine ernst gemeinte Frage oder ein Vorwand? Wir glauben, dass die bevorstehenden Verhandlungen mit den UN-Sicherheitsrats-Staaten+Deutschland die Ernsthaftigkeit der Sorgen unter Beweis stellen können. Wenn dem so ist, können die Probleme schnell gelöst werden“, so Rohani in der Washington Post.

Der Präsident bietet schnelle Verhandlungen an, die zwischen drei und sechs Monate in Anspruch nehmen sollen. Israel begegnete der friedlichen Rhetorik Rohanis bisher skeptisch. Auf Worte müssten Taten folgen heißt es. EU-Außenministerin Catherine Ashton ist Verhandlungsführerin der UN-Gespräche zwischen dem Iran und den sechs Staaten Frankreich, Deutschland, USA, Russland, China und Großbritannien.

Nach einem Treffen mit dem iranischen Außenminister Zarif habe sie sehe beim Iran „Energie und Entschlossenheit“ bezüglich der Verhandlungen. Erstmals seit 2007 wird ein hochrangiger Vertreter der US-Administration, Außenminister John Kerry, auf einen des Iran treffen, so Al Jazeera.

Rohani habe den Holocaust nicht als „verwerflich“ bezeichnet

Der Iran wird beschuldigt, sein Atomprogramm für militärische Zwecke zu betreiben. Kontrolleure der internationalen Atomenergiebehörde leiteten 2005 die Akten über das iranische Atomprogramm an den UN-Sicherheitsrat weiter. Die Behörde wirft der iranischen Regierung vor, ihr den Zugang zu einigen Atomreaktoren und Zentrifugen zu versagen.

Inzwischen behauptet die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Fars die Verurteilung des Holocausts durch Rohani sei einem Übersetzungsfehler geschuldet. Dabei hat CNN im Interview mit Rohani einen Übersetzer der iranischen Regierung eingesetzt. Die Übersetzung von Fars enthält nicht das Adjektiv „verwerflich“, das Rohani benutzt haben soll, um den industriellen Massenmord der Nazis an den Juden zu beurteilen. Der gemäßigte Präsident Rohani muss einen Spagat zwischen liberalen und säkularen Kräften in seiner Regierung und den mächtigen, konservativen Revolutionsgarden hinlegen.

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