Klage gegen Gymnasium: Türkische Eltern wollen keine Migranten-Klassen

Deutsch-türkische Eltern sind gegen ein Gymnasium in Neukölln vor das Berliner Verwaltungsgericht gezogen. Sie sehen ihre Kinder von der Schulverwaltung diskriminiert. Während der Anteil von Migrantenkindern in einigen Klassen sehr hoch sei, gebe es einige Klassen bei denen der Anteil geringer ausfällt. Das hindere die Kinder am Lernerfolg. Die Eltern wollen eine „gute Durchmischung“ der Schulklassen.

Deutsch-türkische und deutsch-arabische Eltern aus Berlin-Neukölln möchten keine Migranten-Klassen in ihrem Stadtviertel haben. Deshalb hatte eine Gruppe von Eltern gegen das örtliche Leonardo-da-Vinci-Gymnasium geklagt. Ein zu hoher Migrantenanteil behindere ihre Kinder am Lernerfolg.

Die Klage gegen die Schulverwaltung erfolgte am Berliner Verwaltungsgericht. Die Eltern verlangen eine „gute Mischung“, schreibt Regina Köhler von der Berliner Morgenpost. Die Zusammensetzungen der Schulklassen seien diskriminierend. Denn in sechs der acht siebten Klassen sei ein Migrantenanteil zwischen 38 bis 63 Prozent vorzufinden. In den anderen beiden Klassen soll nur ein Anteil zwischen 13 bis 29 Prozent vorgelegen haben. Dieser Zustand habe die Kinder am Lernerfolg gehindert.

Das Berliner Verwaltungsgericht hat mittlerweile ein Urteil gesprochen. In einer Mitteilung des Gerichts heißt es:

„Schüler an Berliner Schulen können nicht beanspruchen, dass ihre Klasse nur einen bestimmten Anteil von Mitschülern nichtdeutscher Herkunft auf-weist. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (…) Die 3. Kammer folgte der Argumentation der Kläger nicht. Die nach dem Schulgesetz bestehende Verpflichtung, deutsche Schüler und solche nichtdeutscher Herkunft gemeinsam zu unterrichten, bedeute nicht, dass in einer Schule mit hohem Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund diese gleichmäßig auf alle Klassen verteilt werden müssten.“

Doch die Eltern können am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in Berufung gehen. Der Anwalt der Klägerfamilien, Carsten Iulius, sagte den DTN, dass die Familien mit ihrer Klage gegen ethnische Segregation in deutschen Schulen eintreten.

Mehr zum Thema:

Integration in Schulen: IGS Göttingen überzeugt seit 38 Jahren mit Erfolgsmodell
Ausbildung: IHK möchte mehr Deutsch-Türken im Handwerk
Aufruf: Wissenschaftler und Intellektuelle positionieren sich gegen alltäglichen Rassismus

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.