Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten: Türkische Einkaufsmeilen auf dem Vormarsch

In den USA gibt es sie an jeder Ecke. Seit einigen Jahren sind die so genannten Shopping Malls auch in der Türkei auf dem Vormarsch. Der Sektor erlebt in der Türkei einen regelrechten Boom. Allein in diesem Jahr ist der Markt um 366,65 Millionen auf insgesamt 21, 978 Milliarden Euro gewachsen. Doch fällt der Kurs der Lira, haben die Einzelhändler ein Problem.

Riesige moderne Einkaufszentren, die ein umfassendes Angebot unter einem Dach vereinen, werden bei der türkischen Bevölkerung offenbar immer beliebter. In den vergangenen Jahren ist ihre Anzahl in der Türkei deutlich gestiegen. Die Einzelhändler müssen jedoch die Entwicklung der Lira im Blick haben.

„Der Umsatz-Index der Einkaufszentren ist im August um 163 Punkte gestiegen. Das bedeutet eine 18-Prozent-Zunahme in fast allen Kategorien gegenüber dem Vorjahr“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet den Chef der Vereinigung der Einkaufszentrum-Investoren (AYD), Hulusi Belgü. Für die Investoren sei das ein großartiges Jahr gewesen. So habe der Umsatz der technologischen Güter sowie der von Kleidung um 17 Prozent, der Schuh- und Taschenumsatz um 13 Prozent, der von Lebensmitteln und Getränken um zwölf Prozent sowie der anderer Sparten gar um 24 Prozent erhöht werden können.

„Bis zum Ende dieses Jahres werden wir Einnahmen von bis zu 60 Milliarden Lira durch durchschnittlich 1,6 Milliarden Besucher erzielt haben“, so Belgü weiter. Mittlerweile gebe es 327 Einkaufszentren verteilt auf  57 türkische Provinzen. Beschäftigt seien dort mehr als 385,000 Menschen. Insgesamt würden die Geschäfte für die Einzelhändler derzeit gut laufen, sagt Belgü. Verliere die Lira jedoch wieder an Wert, könnte das in den kommenden Monaten zu Problemen führen. Denn: Erst nach der Rede des amerikanischen Notenbank-Chefs Ben Bernanke vor einigen Wochen endete vorerst der dramatische Wertverlust der türkischen Lira. Die Währung gewann seitdem drei Prozent an Wert (mehr hier). Wenn es jetzt erneut zum Kursverfall der Lira kommt, steigen auch die Preise für Konsumwaren wieder an. Die Crux: Das türkische Wirtschaftswachstum beruht auf einem hohen Konsum seiner Bürger. Ohnehin malen einige Analysten derzeit ein düsteres Bild. Ihrer Ansicht nach sind die wirtschaftlich guten Zeiten in der Türkei ohnehin vorerst vorbei (mehr hier).

2012 gehörte der Einzelhandel zu den größten Arbeitgebern der Türkei. Gab es im Jahr 2000 gerade einmal 46 dieser Einkaufszentren, könnten es 2023 bereits 520. Das schätzt das Beratungsunternehmen Jones Lang LaSalle. In jeder Mall werden zwischen 1.000 und 1.500 Menschen beschäftigt. Die wachsende junge Bevölkerung des Landes und ihre Nachfrage nach internationalen Fashion-Marken haben dazu beigetragen, die Entstehung von Einklaufszentren im Land voranzutreiben.

Problematisch betrachtet wurde jedoch von einigen allerdings die ungleiche Verteilung der Häuser innerhalb der Türkei. Insbesondere in großen Städten habe das Überangebot an solchen Malls mittlerweile auch zu zahlreichen Schließungen geführt, so das Blatt weiter.

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