Staatsanwaltschaft ermittelt: Russischer Verlag vertreibt Goebbels-Roman

Ein Nazi-Roman von Joseph Goebbels wird vom russischen Verlag Algoritm vertrieben. Die Staatsanwaltschaft in St. Petersburg hat ein Verfahren gegen den Verlag eingeleitet. Doch in Deutschland ist das Buch in Bibliotheken zu finden. Es falle nicht in den Bereich der NS-Literatur.

Der russische Verlag Algoritm vertreibt seit August ein Roman des ehemaligen Reichspropagandaministers Joseph Goebbels. Es trägt ursprünglich den Titel „Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern“ und wurde 1923 verfasst. Im Jahr 1929 wurde der Roman dann erstmals vom Franz-Eher-Verlag in München herausgegeben. Es handelt über den deutschen Frontsoldaten Michael, der zahlreiche Rückschläge in seinem Leben erleidet. Er entscheidet sich Bergmann zu werden, weil er glaubt, seinem Land dadurch dienen zu können. Im Bergwerk kommt er dann auch ums Leben. Michael geht es sein Leben lang um Selbsterlösung. Des Weiteren ist die Hauptfigur überzeugt davon, dass Jesus Christus kein Jude gewesen sei. Goebbels schreibt in dem Buch:

„Ich bin ein Held, ein Gott, ein Erlöser (…) Ich bin kein Mensch mehr, ein Titane, ein Gott (…) Ich habe mich selbst erlöst.“

Die russische Autor Leonid Mletschin sagt, dass Goebbels, wie viele Deutsche zu dieser Zeit eingeschnappt gewesen sei, weil andere mehr Erfolg im Leben hatten als er selbst. Im Buch komme die Überzeugung durch, „dass die Leiden der Deutschen dadurch entstehen, dass Menschen anderen Blutes ihnen kräftig im Weg stehen“, zitiert RIA Novosti Mletschin. Er unterstütze keine Bücherverbote. „Gefährlicher ist zurzeit die Literatur, die in dieselbe Richtung geht, aber von russischen Autoren auf Russisch geschrieben wird“, so der Autor.

Die Staatsanwaltschaft St. Petersburg hat mittlerweile ein Verfahren gegen den Verlag Algoritm eingeleitet. Das Buch gehöre in die Liste für „extremistische Bücher“. In Deutschland fällt „Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern“ nicht in den Bereich der NS-Literatur. Es ist aktuell in den Bibliotheken vorzufinden. Doch kein Verlag vertreibt den Roman.

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