Sturm-Warnung für Fukushima: Weltweite Katastrophe droht

Im Katastrophen-Kraftwerk von Fukushima wurde ein weiteres Leck entdeckt. Nun ziehen Tropenstürme auf die Insel zu. Wenn das Gebäude, in dem die Brennstäbe noch lagern, einstürzt, kann es zu einer weltweiten Katastrophe kommen. Die freigelegten Brennelement können 15.000-mal mehr radioaktive Strahlung freisetzen als die Atombombe auf Hiroshima. Es bleiben noch wenige Wochen, um die Gefahr abzuwenden.

Das zerstörte Atomkraftwerk von Fukushima bedroht die ganze Welt: Am Montag wurde erneut ein Leck entdeckt. Die Betreiber haben das verseuchte Wasser ins Meer abgelassen. Arbeiter haben beim Ablassen weitere Fehler gemacht, berichtet Reuters.

Die Uhr tickt.

Niemand weiß, wie das Problem in den Griff zu bekommen isrt.

In der Ruine lagern 1.300 hoch radioaktive Brennstäbe. Wenn sie freigelegt werden, droht eine unvorstellbare Katastrophe.

Experten warnen davor, dass die Lage außer Kontrolle geraten könnte.

Der Aktivist und Chefredakteur der Columbus Free Press Harvey Wasserman schriebt in einem Beitrag, den netzfrauen.org übersetzt hat:

„Nur noch zwei Monate trennen uns von der größten Gefahr für die Menschheit seit der Krise um die Raketen auf Kuba.

Es gibt keine Entschuldigung dafür, jetzt nicht zu handeln. Die Spezies Mensch muss all ihre Fähigkeiten mobilisieren, um die eingelagerten abgebrannten Brennelemente der Einheit 4 in Fukushima zu sichern.

Der Fukushima-Eigentümerin, die Tokyo Electric /Tepco, hat mitgeteilt, dass sie in spätestens 60 Tagen den Versuch starten muss, mehr als 1.300 abgebrannte Brennelemente aus einem schwer beschädigten,leckenden Lagerbecken zu bergen, das sich 100 Fuß (30,5 m) über dem Erdboden befindet. Das Becken ruht auf einem stark beschädigten Gebäude, das sich zur Seite neigt, und spätestens beim nächsten Erdbeben oder auch schon früher einzustürzen droht.

Die rund 400 Tonnen wiegenden Brennelemente in diesem Becken könnten 15.000-mal mehr radioaktive Strahlung freisetzen als die Bombe von Hiroshima. Einiges steht in dieser drohenden Krise schon fest Tepco hat weder die wissenschaftlichen, technischen noch finanziellen Ressourcen, um sie zu meistern.

Das Gleiche gilt für die japanische Regierung. Dieses äußerst riskante Unterfangen erfordert ein koordiniertes Zusammenwirken der besten Wissenschaftler und Techniker der ganzen Welt.“

Allerdings gibt es keine Anzeichen, dass die internationale Gemeinschaft die Gefahr wirklich ernst nimmt. Die Japaner versuchen mehr oder weniger allein, die Lage in den Griff zu bekommen (hier).

Für kommende Woche sind schwere tropische Stürme für den Süden Japans angekündigt. Wenn die Ruine einstürzt, sind die Folgen unabsehbar.

Harvey Wasserman:

„Abgebrannte Brennelemente müssen unbedingt unter Wasser aufbewahrt werden. Die darin enthaltenen Brennstäbe sind mit einer Zirconium-Legierung ummantelt, die sich, wenn sie mit Luft in Berührung kommt, spontan entzündet. Zirconium wurde früher in Blitzlampen für Fotoapparate verwendet und verbrennt mit extrem heller und heißer Flamme. Ein Brennstab ohne Ummantelung strahlt so viel Radioaktivität ab, dass jeder, der sich in seiner Nähe aufhält, in wenigen Minuten stirbt.

Eine Feuersbrunst könnte das ganze Bedienungspersonal dazu zwingen, aus Fukushima zu fliehen und die havarierte Anlage unkontrolliert sich selbst zu überlassen. Nach Aussage des Ingenieurs Arnie Gundersen, der 40 Jahre in der Atomindustrie gearbeitet und Brennstäbe für sie hergestellt hat, sind die abgebrannten Brennstäbe aus dem Kern der Einheit 4 verbogen, beschädigt und so brüchig, dass sie zu zerbröckeln drohen.“

Wenn die Brennelemente nicht unter Wasser gehalten werden, ist die Dimension einer Katastrophe nicht abzuschätzen.

Murata Mitsuhei, der ehemalige Botschafter Japans in der Schweiz sagte, der in Fukushima drohende Kontrollverlust könnte „weltweit die Umwelt und unsere Zivilisation zerstören“.

Bereits jetzt ist ein sprunghafter Anstieg von Schilddrüsen-Erkrankungen bei japanischen Kindern zu beobachten. Besorgniserregend: Der Radius der Erkrankungen weitet sich immer stärker aus, so dass davon auszugehen ist, dass sich die Radioaktivität mit großer Schnelligkeit ausbreitet.

Japaner und Aktivisten aus aller Welt haben eine Petition gestartet, mit der die UN aufgefordert werden, bei der Bergung der Brennelemente zu helfen.

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